Theorie | 28.10.2016 (editiert am 31.10.2016)

Was ist eigentlich Geld? – 6

Zentralbankenguthaben sind für viele die Mutter allen Geldes oder sogar das einzig wahre Geld. Ich werde dagegen zeigen, dass Zentralbankguthaben zwar unter bestimmten Umständen als Geld erachtet werden können, dass sie aber im Zusammenhang mit Mindestreservepflichten und dem Zahlungsausgleich als Instrumente der Kreditsteuerung verstanden werden müssen.

Muss man neben Staats- und Bankengeld nicht auch die Guthaben auf einem Zentralbankkonto als Geld erachten

Wenn Zentralbankguthaben Geld sind, dann müssen sie nach dem bislang Gesagten erlauben, Geldschulden zu begleichen. Da nur der Staat und Organisationen, die eine Banklizenz haben, überhaupt über ein Konto bei der Zentralbank verfügen können, kommen als potentielle Geldschuldner nach dem bislang Gesagten nur Geschäftsbanken infrage. Zentralbankguthaben von Banken können damit nur dann Geld sein, wenn Geschäftsbanken Schuldverhältnisse eingegangen sind, die sie mit Zentralbankguthaben begleichen können.

Geschäftsbanken können nun sicherlich Wirtschaftsgüter und Nominalvermögenswerte erwerben. Unter den bislang gemachten Annahmen kommen als Vertragspartner dafür nur Nichtbanken infrage. Wie aber bezahlt eine Geschäftsbank z.B. den Erwerb einer Immobilie oder einer Aktie? Nun, sie schreibt dem Verkäufer – der annahmegemäß ein Girokonto bei ihr führt – einfach den entsprechenden Betrag auf seinem Konto gut. Für den Erwerb von Wirtschaftsgütern von ihren Kunden benötigt die Geschäftsbank also wiederum kein Zentralbankguthaben. [...]

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