Amerika | 25.10.2016 (editiert am 31.10.2016)

Kalamazoo auf neuen Wegen – Modellfall oder besser nicht?

Philanthropie gibt es in Amerika in vielen Formen und Anwendungen und sie dient ohne Frage mancherlei guten Zwecken. Aber sollte man den Einsatz von Spenden statt Steuern als das Modell der Zukunft für die Staatsfinanzierung ansehen?

Die Stadt Kalamazoo im US Bundesstaat Michigan erprobt zur Überwindung ihrer akuten Haushaltsprobleme ein neues Modell. Weder Steuererhöhungen noch Ausgabenkürzungen kommen darin vor. Reiche Bürger planen stattdessen, ein Stiftungsvermögen anzulegen, um dann aus den Vermögenserträgen die bestehende Haushaltslücke dauerhaft zu schließen und sogar Steuersenkungen zu ermöglichen.

Die Haushaltsprobleme Kalamazoos sind nicht ganz neu und sie sind unter den Gemeinden Michigans auch kein Einzelfall. Michigan hatte in der Vergangenheit einen relativ hohen Industrieanteil. Unter anderem ist die US-Automobilindustrie samt Zuliefererbetrieben hier von Beginn an stark vertreten gewesen. In früheren Zeiten war dies einmal ein wichtiger Wohlstandsbringer. Schon seit einigen Jahrzehnten sorgt allerdings der starke Rationalisierungsdruck in der US-Industrie für den Verlust vieler Industriearbeitsplätze, was auch im laufenden Präsidentschaftswahlkampf mal wieder ein heißes Thema ist. Amerika und seine Industriearbeiter kommen darin lautstark als Opfer der Globalisierung vor, weil andere Länder ihre Währung manipulieren sowie sonstige Tricks zur künstlichen Verbesserung ihrer Wettbewerbsposition einsetzen würden. Noch dazu hatte die globale Finanzkrise von 2008/9, also zum Beginn der Obama Präsidentschaft, [...]

Nichts schreibt sich von allein!

Nur für Abonnenten

MAKROSKOP ist das Magazin einer Neuen Monetären Ökonomik und damit in Deutschland einzigartig. MAKROSKOP steht für das große Ganze. Wir haben einen Blick auf Geld, Wirtschaft und Politik, den Sie so woanders nicht finden.

Dabei leben wir von unseren Autoren – Quer- und Weitdenkern –, ihren Recherchen, ihrem Wissen und ihrem Enthusiasmus. Gemeinsam scheren wir aus den schmaler werdenden Leitplanken des Denkbaren aus. Wir verlassen die journalistische Filterblase, in der sich viele eingerichtet haben. Wir öffnen Fenster und bringen frische Luft in die engen und verstaubten Debattenräume.

Das verschafft uns nicht nur Freunde.

Wenn Sie uns gerade deswegen unterstützen möchten, dann folgen Sie einfach dem Button.

Abonnieren

Anmelden