Kommentar | 03.11.2016 (editiert am 05.11.2016)

Die Linke und der Euro – oder wie man dem Nationalismus in die Hände spielt

Die Linke zerfleischt sich über die Lösung der Eurokrise und vergisst, wen es zu bekämpfen gilt. Wer sich, wie Bernd Riexinger, selbst Denkverbote auferlegt, kann aber keine Lösungen finden. Nur wer Ross und Reiter klar benennt, ist solidarisch.

Wenn Bernd Riexinger, der Ko-Vorsitzende der Partei „Die Linke“, sich die linken Eurokritiker zur Brust nimmt, bleibt kein Auge trocken. Im Neuen Deutschland hat er sich viel Platz reservieren lassen, um denen, die ernsthaft überlegen, ob der Euro zu halten ist, die Leviten zu lesen (hier).

„DIE LINKE,“ schreibt er,

„muss daher gerade in dieser Frage klar von den Rechten unterscheidbar sein. Sie sollte eine deutliche und radikale Kritik der neoliberalen, imperialen und undemokratischen Verfasstheit der EU formulieren, die sich nicht auf oberflächliche Eliten- und Währungskritik beschränkt.“

Fast gleichzeitig erscheint ein Buch mit verschiedenen Aufsätzen zur gleichen Thematik, in dem eine rot-rote Koalition von Schriftstellern (u. a. Klaus Busch, Gesine Schwan, Axel Troost, Mechthild Schrooten, Harald Wolf) unter dem Titel „Europa geht auch solidarisch“, ein anderes Europa anmahnt – auch hier allerdings nicht, ohne den vermeintlichen Gegnern des Euro auf der Linken eine Lektion zu erteilen (hier der Hinweis des Verlages). [...]

Nichts schreibt sich von allein!

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