Theorie | 15.11.2016 (editiert am 22.11.2016)

Eine Reise durch das Land der Wachstumsverweigerer – 1

Es gibt Unternehmen, die nicht wachsen wollen, obwohl sie es könnten. Das Ausmaß der sich aufdrängenden Frage nach dem »Warum« wird erst nach einer Reise zu den Wachstumsverweigerern wirklich klar: Sie denken überhaupt nicht in betriebswirtschaftlichen Kategorien, sondern in größeren Zusammenhängen.

Es gibt keinen Wachstumszwang für Unternehmen

„Ja, ganz klar: ein Bildungsproblem. Wir sind manchmal überlastet damit, Eltern und Schule für junge Menschen zu ersetzen. Vielen fehlt heute der Blick für die Welt und die größeren Zusammenhänge.“

Dies ist nicht die Antwort eines Sozialarbeiters auf die Frage, warum so viele Jugendliche nach rechts außen driften, sondern die Antwort einer mittelständischen Unternehmerin in Baden-Württemberg auf die Frage, ob es nicht Probleme gebe, wenn man als Unternehmen auf Wachstum verzichtet und Gebrauchsgüter von maximaler Langlebigkeit herstellt. Man hätte hinsichtlich der Antwort reflexartig auf technische Umsetzungsschwierigkeiten oder auch Probleme bezüglich des marktwirtschaftlichen Wettbewerbs, des Absatzes, der Marktsättigung, der Kosten oder der Preisbereitschaft der Kunden spekuliert, aber nicht auf das Thema Bildung. Bei Susanne Henkel ist das anders. Ihre Ausführungen kreisen stets um einen zentralen Punkt: die globalen Auswirkungen regionaler Wertschöpfung.

Die Richard Henkel GmbH, die bald ihr 100-jähriges Firmenjubiläum feiert, stellt in Forchtenberg im Hohenlohekreis Stahlrohrmöbel her. [...]

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