Theorie | 17.11.2016

Gibt es in der Volkswirtschaft Erhaltungsgrößen?

Saldenmechanischen Zusammenhänge kommen bei der Analyse makroökonomischer Zusammenhänge zweifellos eine große Bedeutung zu. Zu bezweifeln aber ist, dass diesen Zusammenhängen ein Status zukommt, der erlaubt, sie auf die Ebene mit den Erhaltungssätzen der Physik zu heben.

Ein jüngst im Makroskop erschienener Beitrag (hier) weist völlig zu Recht darauf hin, dass es neben fehlerhaften und irreführenden auch durchaus sinnvolle Anwendungen der Mathematik in der Volkswirtschaftslehre gibt. Zu den letzteren gehören ohne Zweifel die Gleichungen, die wesentliche makroökonomische Größen in Beziehung setzen. Zu bezweifeln ist jedoch die dort vorgetragene Auffassung, dass jenen Gleichungen ein Status zukomme, der sie auf eine Ebene mit den Erhaltungssätzen der Physik hebe. Diese Zweifel seien nachfolgend präzisiert.

Eine fundamentale makroökonomische Beziehung ist die, die – für eine geschlossene Volkswirtschaft – die Summe der Einkommen mit der Summe der Ausgaben aller Haushalte in einer Periode gleichsetzt. Das bedeutet nichts anderes als die Aussage, dass Haushalte nur mit anderen Haushalten Güter austauschen — üblicherweise nicht unmittelbar, sondern mittels Geld, unter dem man sich auch eine Form von Buchhaltung vorstellen kann, die Guthaben bzw. entsprechende Verbindlichkeiten aufzeichnet. Wenn H die Menge aller Haushalte ist, ei für das Einkommen und ai für die Ausgaben des Haushalts i steht, [...]

Guter Journalismus hat seinen Preis

Dieser Artikel ist nur für Abonnenten komplett einsehbar.

Anmelden