Theorie | 11.11.2016 (editiert am 28.11.2016)

Macht oder ökonomisches Gesetz? – 2

Ohne tatsächliche Machtverschiebungen am Arbeitsmarkt kann man die zu beobachtenden großen Verteilungsänderungen zwischen Arbeit und Kapital nicht erklären. Wie verträgt sich das mit der Überzeugung der Neoklassik, dass man gegen das „ökonomische Gesetz“ auch mit Macht nichts ausrichten kann?

Als Eugen von Böhm-Bawerk seinen berühmten Aufsatz über Macht und ökonomisches Gesetz schrieb, konnte er vermutlich nicht ahnen, wie klar man später aufgrund der empirischen Ergebnisse würde zeigen können, dass seine Auffassung unhaltbar ist. Abbildungen 1 und 2 zeigen noch einmal die Entwicklung von Reallöhnen und Produktivität pro Stunde in Deutschland und Frankreich seit Beginn der Währungsunion.


20161110_hf_abb01


20161110_hf_abb02


Offenbar hat man in Deutschland (bei etwa gleich hoher Arbeitslosigkeit zu Beginn des Jahrhunderts in beiden Ländern) mit politischer Macht durchgesetzt, dass die Reallöhne nicht wie in Frankreich der Produktivität gefolgt sind. Und, wie könnte es anders sein, dabei sind auch viele Löhne in Deutschland nach neoklassischer Auffassung unter der Grenzproduktivität des Arbeitsplatzes geblieben. Die Grenzproduktivität stellte also keine Grenze dar, die von der Politik mit Macht nicht zu unterbieten gewesen wäre.

Eugen von Böhm-Bawerk beschrieb das „ökonomische Gesetz“ folgendermaßen:

Nach der Schulformel,

[...]

Nichts schreibt sich von allein!

Nur für Abonnenten

MAKROSKOP ist das Magazin einer Neuen Monetären Ökonomik und damit in Deutschland einzigartig. MAKROSKOP steht für das große Ganze. Wir haben einen Blick auf Geld, Wirtschaft und Politik, den Sie so woanders nicht finden.

Dabei leben wir von unseren Autoren – Quer- und Weitdenkern –, ihren Recherchen, ihrem Wissen und ihrem Enthusiasmus. Gemeinsam scheren wir aus den schmaler werdenden Leitplanken des Denkbaren aus. Wir verlassen die journalistische Filterblase, in der sich viele eingerichtet haben. Wir öffnen Fenster und bringen frische Luft in die engen und verstaubten Debattenräume.

Das verschafft uns nicht nur Freunde.

Wenn Sie uns gerade deswegen unterstützen möchten, dann folgen Sie einfach dem Button. Alle Abonnements beginnen ganz unverbindlich und sofort kündbar mit einer zweiwöchigen Testphase.

Testen Sie Makroskop

Anmelden