Weltwirtschaft | 25.11.2016

Noch mehr „schöpferische Zerstörung“? Wieso sich die Neoklassik mit der Eurokrise so schwer tut

Nach sechs Jahren mit weitgehender Stagnation in der Eurozone und schwachem Wachstum in den USA kann man nicht mehr von einem „temporären Schock“ reden. Es geht offensichtlich um tieferliegende Probleme.

Neoklassische Grundlagen: Der langfristige Wachstumspfad

In einer der üblichen Vorlesung zum Master in Volkswirtschaftslehre bekommt man Wachstumsmodelle erklärt. Hier versucht man zu erklären, wie schnell oder langsam sich eine Volkswirtschaft über lange Zeiträume entwickeln wird.

Langfristiges Wachstum hängt in der einfachen Variante von dem realen Kapitalstock (Maschinen etc.) und der Menge der eingesetzten Arbeit ab. In weiterführenden Modellen gibt es dann auch technologischen Fortschritt, der die Arbeitsproduktivität oder die Produktivität des eingesetzten Kapitals pro Einheit erhöht. Typischerweise braucht man dafür guten Wettbewerb und flexible Arbeitsmärkte.

Aus verschiedenen Annahmen kann man mathematisch einen langfristigen Wachstumspfad herleiten, also beispielsweise einen Pfad, auf dem die Wirtschaft um 3% jährlich wächst. Der langfristige Wachstumspfad hängt im Prinzip von angebotsseitigen Strukturen ab: Eine (mathematisch formulierte) Produktionsfunktion benutzt die Faktoren Arbeit und Kapital, um in irgendeiner Weise Güter und Dienstleistungen herzustellen.

Die produzierten Güter werden entweder konsumiert oder wieder investiert. Wenn vermehrt konsumiert wird, muss im gleichen Jahr weniger investiert werden und anders herum. Auf Makroskop hatten wir jedoch öfters darauf hingewiesen, [...]

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