Weltwirtschaft | 25.11.2016

Säkulare Stagnation?

Mit dem Begriff der „Säkularen Stagnation“ wird die These bezeichnet, dass es eine grundsätzliche Tendenz zu einem geringeren Wirtschaftswachstum gibt. Im Folgenden soll argumentiert werden, dass es sich dabei aber um keine unabwendbare Naturkatastrophe handelt, sondern ein durch falsche Politik selbst verursachtes Problem darstellt.

Seit Ausbruch der Großen Rezession 2008/09 wird diskutiert, auf welche Ursachen die schwerste Wirtschaftskrise seit 1929/33 zurückgeführt werden kann und mit welchen Maßnahmen sie bekämpft werden soll(te). Bestenfalls gibt es unter den Ökonomen einen Minimalkonsens, dass überschuldete Privathaushalte, eine zu laxe Kreditvergabe sowie eine zu geringe oder falsche Regulierung dazu beigetragen haben. Doch selbst das ist nicht völlig unumstritten und die Ursachen für die massiv gestiegene Privatverschuldung werden von den verschiedenen Lagern auch unterschiedlich bewertet, von zu liberaler bis hin zu sozialistischer Politik. Was letztlich festgestellt werden kann, ist allenfalls, dass die USA die Krise besser gemeistert haben. Das Vor-Rezessionsniveau des realen BIPs wurde in Q3 2011 erstmals wieder überschritten und zuletzt lag es knapp 11% über dem Stand von Q4 2007. Die Eurozone hat dagegen erst in Q3 2015 das Vor-Krisen-Niveau überschritten und die reale Wirtschaftsleistung liegt aktuell lediglich 1,4% höher als auf dem Höchststand vor der Rezession. Die USA sind seit Ende 2007 um 1,2% pro Jahr und seit dem Rezessionstief um 2,1% pro Jahr gewachsen. [...]

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