Amerika | 06.01.2017 (editiert am 10.01.2017)

2017: Amerika und die Welt – zwischen Euphorie und Unsicherheit

Am 20. Januar wird Amerika einen neuen Präsidenten bekommen. Traditionell haftet dem US-Präsidenten auch der inoffizielle Titel „Führer der freien Welt“ an. Ganz gleich, was man von dem neuen Führer halten oder erwarten mag, Amerika bleibt bis auf weiteres die wichtigste Macht dieser Welt.

Der Einfluss Amerikas hängt heute immer weniger mit der Größe der US-Wirtschaft an sich zusammen, aber immer mehr mit der Verflechtung des internationalen Finanzsystems und der zentralen Position des US-Dollar. Die Weltwirtschaft hat sich in vielerlei Hinsicht in den letzten 20 Jahren stark gewandelt. Abgesehen von vorübergehend gehegten, mittlerweile aber krass enttäuschten Hoffnungen für den Euro als globaler Konkurrent, hat die Vorherrschaft des US-Dollar bis heute angehalten oder sogar zugenommen. Über das globale Finanzsystem ist die gegenseitige Anhängigkeit und Verwundbarkeit der Länder dieser Welt dabei immer weiter gestiegen. Das Jahr 2017 ist heute noch sehr jung. Der aktuelle Ausblick – von Amerika aus betrachtet – ist von verhaltener Euphorie und erhöhter Unsicherheit geprägt.

Sicher ist: Amerika schrumpft, relativ zum Rest der Welt. Am Ende des zweiten Weltkrieges machte die amerikanische Wirtschaft gemessen am Bruttoinlandsprodukt mehr als die Hälfte der Weltwirtschaft aus. Heute ist es kaum noch ein Viertel. Noch in den neunziger Jahren erwirtschafteten die reichen Industrieländer, [...]

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