Eurozone | 31.01.2017

Es tanzt ein Bi-Ba-Butzemann

Der Butzemann, von dem hier die Rede ist, heißt Mario Draghi. Die Kinder, die er erschrecken möchte, sind all diejenigen, die sich ernsthaft mit einem Ausstieg aus dem Euro beschäftigen.

Was, so haben die beiden Europa-Abgeordneten der 5-Sterne Bewegung Marco Zanni and Marco Valli ihren Landsmann Mario Draghi gefragt, passiert eigentlich mit den sogenannten Target2-Salden, wenn es zu einer Auflösung der Eurozone kommt? Der Hintergrund dieser Frage ist, dass dieser Saldo der Banca d‘Italia (BdI) auf der Passivseite ihrer Bilanz, steht und sich immerhin auf 358,6 Milliarden Euro beläuft. Das ist eine gewaltige Zahl, immerhin ca. 1/6 des italienischen Bruttoinlandsprodukts. Und stehen auf der Passivseite einer Bilanz nicht die Schulden? Hat Italien also so gewaltige Schulden und wenn ja, an wen muss sie diese wann bezahlen?

Mario Draghi formuliert seine Antwort für seine Landsmänner so:

»Falls ein Land das Eurosystem verlassen würde, müssten alle Forderungen bzw. Verbindlichkeiten von dessen nationaler Zentralbank gegenüber der EZB in vollem Umfang beglichen werden.« (frei aus dem Englischen übersetzt)

Das scheint deutlich: Wer aussteigt, der zahlt und zwar an die EZB! Man fragt sich aber trotzdem, warum diese Schulden nur dann an die EZB zurückzuzahlen sind, [...]

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