Bernhard Ellefsen via flick.com/CC BY-NC 2.0
Aufgelesen | 06.01.2017 (editiert am 10.01.2017)

Wovon man nichts weiß, darüber muss man schweigen!

Wenn selbst ein Philosoph, der darauf trainiert ist, Selbstverständlichkeiten auf ihren Wahrheitsgehalt hin zu hinterfragen und sich dabei auch des Wissens anderer Disziplinen zu bedienen, derart versagt, muss man die allgemeine Verblendung mehr als bedenklich finden.

Der französische Philosoph  Jean-Claude Michéa vertritt in seinem Buch „Das kleinere Übel“ (ich habe das Buch hier rezensiert) die These, dass Vertreter des politischen Liberalismus aufgrund von Antinomien ihrer Weltanschauung früher oder später auch den Wirtschaftsliberalismus vollumfänglich gutheißen werden und ihre Ideale diesen legitimieren.

Der Münchner Philosophieprofessor und ehemalige Kulturstaatsminister unter Gerhard Schröder, Julian Nida-Rümelin, belegt mit einem Gastbeitrag für die FAZ eindrucksvoll Michéas These. Auf Basis der Prämisse, dass „Menschen ihr Leben nach eigenen Vorstellungen ohne Eingriffe des Staates und Dritter leben“ dürfen, stellt er gar dem deutschen Merkantilismus eine ethische Unbedenklichkeitsbescheinigung aus. Seine Ausführungen werfen allerdings die Frage auf, ob man als ein sich mit Leib und Seele irgendwie links fühlender Liberaler notwendigerweise den Gerechtigkeitsbegriff jeglichen Inhalts berauben muss und nicht anders kann, als marktapologetische Mythen unters Volk zu bringen.

Seine politische Mission

Nida-Rümelin macht sich ganz offensichtlich zum Jahresende mit Blick auf die Zukunft große Sorgen. Er sieht politische Kräfte am Werk, [...]

Guter Journalismus hat seinen Preis

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