Konjunktur | 15.02.2017 (editiert am 21.02.2017)

Die deutsche und europäische Konjunktur zum Jahresende 2016 – 2

Auch im Dezember ist Europa nicht vorangekommen, wenn man die Industrieproduktion betrachtet. Dennoch wird ein Aufschwung in den Medien abgefeiert, der sich auf problematische Berechnungen einiger Statistischer Ämter stützt.

Es war zu erwarten und wir haben es korrekt vorhergesehen (hier): Das Statistische Bundesamt hat seine Schätzung für das BIP im gesamten vergangenen Jahr (1,9 Prozent) nicht geändert und veröffentlicht zudem einen Zuwachs des BIP im vierten Quartal gegenüber dem dritten Quartal von 0,4 Prozent. Wir können unsere Position nur noch einmal wiederholen: Dieser Zuwachs ist von den Originaldaten auf der Produktionsseite her, auf der die Schätzung des BIP im Kern beruhen muss, nicht gerechtfertigt.

Die Produktion im produzierenden Gewerbe ist vom dritten auf das vierte Quartal nicht gestiegen und der Einzelhandel verzeichnet nur einen minimalen Zuwachs. Das Gleiche galt für das dritte Quartal, für welches das Amt aber nur einen Zuwachs von 0,1 Prozent ausweist. Weder der Bauboom, von dem die Nachrichtenagenturen und die deutschen Gazetten schreiben, noch der Zuwachs des Konsums ist aus den harten Zahlen ablesbar.

Die Methode des Amtes, mit der die Medien verwirrt werden, ist bei der Verbalisierung der Zahlen in der Pressemitteilung allerdings leicht zu durchschauen. [...]

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