Von Armin Linnartz, CC BY-SA 3.0 de, Link
Genial daneben | 01.02.2017 (editiert am 04.02.2017)

Endlich, die deutschen Exportüberschüsse werden politisiert!

Wer allen Ernstes geglaubt hat, dass der „wirtschaftliche Erfolg“ Deutschlands in erster Linie auf der überragenden Leistungsfähigkeit der deutschen Wirtschaft beruht, kann natürlich nicht fassen, dass der „Musterschüler“ nun plötzlich „Ausbeuter“ gescholten wird.

Donald Trump ist einfach ein dummer Fiesling, der, weil er uns Deutschen unseren wirtschaftlichen Erfolg nicht gönnt, plötzlich unschuldige Bilanzen, die z.B. über den Wert von Güterströmen vom und ins Ausland informieren, zu einem politischen Problem aufbauscht:

»Eine neue ökonomische Doktrin gilt im Weißen Haus, seit Donald Trump das Oval Office bezogen hat. Das gewaltige Leistungsbilanzdefizit wird von jetzt an eindeutig negativ bewertet.«

Winand von Petersdorff und Philipp Plickert berichten in der FAZ (hier) von diesem seltsamen Phänomen, über das, wie sie meinen, „Ökonomen die Stirn runzeln“. Ziemlich unerfreulich ist dieses neue Phänomen, weil der sogenannte Handelsberater Donald Trumps, ein gewisser Peter Navarro – der, so werden wir beruhigt, aber ein „Außenseiter der ökonomischen Akademikerzunft in Amerika ist“ – doch tatsächlich einen Zusammenhang zwischen den Defiziten seines Landes und den Überschüssen eines anderen Landes, nämlich Deutschland, sieht. Dass das Redakteure einer Zeitung irritiert, die ihren Lesern Tag ein Tag aus das erfolgreiche deutsche Wirtschaftsmodell preisen, [...]

Guter Journalismus hat seinen Preis

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