Eurozone | 24.02.2017 (editiert am 02.03.2017)

Frankreich in der Schuldenfalle: Wie Unsinn zur Staatsraison werden kann – 2

Frankreich nach deutschem Vorbild umgestalten zu wollen, ist von vorneherein zum Scheitern verurteilt. Wer glaubt, Staatsschulden seien von den Leistungsbilanzsalden unabhängig, hat keine Ahnung von Makroökonomik. Wer für ganz Europa das deutsche Modell anstrebt, hat keine Ahnung von Ökonomik und Politik.

Wie kommt es dazu, dass sich die Zinsen für längere Laufzeiten von Anleihen in bestimmten Ländern von denen anderer Länder lösen, so dass der Spread zunimmt? Das kommt doch unmittelbar vom Kapitalmarkt, werden viele argumentieren. Und das stimmt. Es gibt Situationen, in denen die Anleger so nervös werden, dass sie massenhaft bestimmte Anleihen verkaufen und andere kaufen. Dann steigen die Zinsen der Anleihen, die verkauft werden, weil deren Kurs fällt und die Zinsen der anderen fallen, weil deren Kurs steigt.

Wenn das so ist, kann man aber nicht leicht verstehen, wieso die Anleger, also die Gläubiger der Länder mit hohen staatlichen Schulden selbst bei stark steigenden Schulden nicht nervös werden und permanent höhere Zinsen „verlangen“. Das hat zwei Gründe. Der erste ist naheliegend, der zweite ist vielleicht weniger leicht zu verstehen.

Die Rolle der Zentralbank

Der erste betrifft unmittelbar die Rolle der Zentralbank. Eine Zinsbewegung, wie sie in den Schaubildern in Teil 1 zu sehen war, [...]

Guter Journalismus hat seinen Preis

Dieser Artikel ist nur für Abonnenten komplett einsehbar.

Anmelden