Theorie | 03.02.2017 (editiert am 06.02.2017)

Freihandel kann nur Handel ohne große Überschüsse und Defizite sein

All diejenigen, die den neuen amerikanischen Protektionismus beklagen, ohne den deutschen Merkantilismus zu verurteilen, beweisen damit nur, dass sie das Prinzip des Freihandels nie verstanden haben.

Der offene Protektionismus von Donald Trump bringt es an den Tag. Der freie Handel wird komplett missverstanden. Wäre es nicht so, würden nicht so viele so großen Unsinn verbreiten. Wenn Volker Kauder, Fraktionschef der CDU/CSU im Bundestag, öffentlich verbreitet, Europa könne in Reaktion auf amerikanischen Protektionismus auch die Zölle erhöhen (hier), beweist er damit nur, dass er den Handel nicht verstanden hat. Wenn der Kieler Weltwirtschaftsforscher Stefan Kooths sagt, Deutschland stelle dem Rest der Welt Kapital zur Verfügung und das sei ja nichts, wofür man sich entschuldigen müsse (in der FAZ, wie weiter unten zitiert), dann kann man das nur als Ausdruck der Tatsache sehen, dass in Kiel die Lehre des Freihandels nicht mehr zum Standardrepertoire der Forschung gehört.

Wenn die FAZ in einer „Übersicht“ fünf Gründe für das Abschotten von Staaten nennt, die sich Ökonomen ausgedacht haben, dabei aber die Salden im Außenhandel „vergisst“, zeigt sie nur, dass sie (und all die Ökonomen) den Kern der Debatte nicht verstanden hat (hier). [...]

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