Finanzsystem | 14.02.2017

Target-Salden und der Italexit

Der Hinweis, Target-Salden seien „allein ein Artefakt der Abwicklung“ des Zahlungsverkehrs im TARGET-System, wird niemanden beruhigen und klärt nicht darüber auf, was mit diesem „Artefakt“ bei einem Euro-Austritt von Italien geschieht. Eine Replik auf Paul Steinhardt.

Paul Steinhardt hat in seinem Beitrag unter dem Titel „Es tanzt ein Bi-Ba-Butzeman“ eine Äußerung von EZB-Chef Mario Draghi kritisiert, in der dieser die Verpflichtung der Begleichung aller Verbindlichkeiten von nationalen Zentralbanken gegenüber der EZB bei einem Euro-Austritt des betreffenden Landes betonte. Ich stimme der Argumentation von Steinhardt in fast allen Punkten zu, halte aber einige seiner Formulierungen mindestens für ungeeignet, um besorgte Bürger für saldenmechanische Zusammenhänge zu sensibilisieren.

»Kurz gesagt: die Target-Salden haben rein gar nichts mit irgendwelchem Geld zu tun, das zeigen würde, dass die Italiener Geld verjubeln, sondern sind allein ein Artefakt der Abwicklung des Zahlungsverkehrs über das sogenannte „Trans-European Automated Real-time Gross Settlement Express Transfer System“, zu dem die nationalen Zentralbanken gehören.«

Mit Begriffen wie „Verjubeln“ oder „Verfrühstücken“ wird in der Tat die Wut ökonomisch irregeleiteter deutscher Bürger erregt, die sich hilflos den angeblichen Tricks des Italieners Draghi ausgesetzt sehen. Der Hinweis aber, die Salden seien „allein ein Artefakt der Abwicklung“ im TARGET-System, [...]

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