Weltwirtschaft | 24.02.2017 (editiert am 25.02.2017)

Wachstum durch Freihandel – Ein Mythos

Protektionismus führt zu Krieg und Stagnation, Freihandel zwangsläufig zu Wachstum. Diese Erzählung ist ein neoliberales Paradoxon aus der Zeit vor 1913. Es lohnt ein genauerer Blick in die Geschichte.

Seit Donald Trump das Amt des Präsidenten übernommen hat, geht die Angst vor dem Protektionismus um. Unisono warnen führende Ökonomen in den Massenmedien vor dem Unheil, das der Protektionismus bereits über die Menschheit gebracht habe.

Immer häufiger fällt dabei der Vergleich mit der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg, der in der Literatur bekanntermaßen das Ende der ersten Ära der Globalisierung markiert. Gabriel Felbermayr, Leiter des Münchner Ifo-Zentrums für Außenwirtschaft, sah schon vor der US-Wahl im November das Ende der Globalisierung kommen und führte die Katastrophe des Ersten Weltkriegs (1914 – 1918) auch auf wachsenden Protektionismus zurück (hier). Die Botschaft scheint klar zu sein: sobald wir den „Freihandel“ in irgendeiner Weise einschränken, führt das in ein wirtschaftliches Desaster.

Wenn solch radikale Vergleiche gezogen werden, lohnt ein genauerer Blick in die Geschichte, in unserem Fall auf die Entwicklung der Weltwirtschaft im 19. Jahrhundert. Zwei Aspekte werden dabei besonders deutlich. Zum einen entbehrt das Argument, dass der Freihandel zu mehr Wachstum und der Protektionismus in die Katastrophe führte, [...]

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