Kommentar | 20.03.2017 (editiert am 21.03.2017)

Free trade oder fair trade – Die deutsche Handelsklippschule, Trump und die G 20

Es ist nur noch peinlich, zusehen zu müssen, wie sich mediale und politische deutsche „Freihändler“, die keine Ahnung von Freihandel haben, in ihrer unhaltbaren merkantilistischen Position verrennen. Der amerikanische Widerstand war absolut berechtigt, hätte aber noch schärfer ausfallen müssen.

Welch ein Wochenende! Die deutsche Regierung scheitert an allen Fronten mit ihren naiven Vorstellungen von Handelspolitik. Angela Merkel muss sich in den USA von Präsident Trump sagen lassen, er sei kein Isolationist, strebe aber eine „faire Handelspolitik“ an, ohne etwas dagegensetzen zu können. Anschließend darf sie mit Tochter Ivanka über die deutsche Lehrlingsausbildung diskutieren. Man muss nur die Fotos der Bundeskanzlerin ansehen, um zu erkennen, dass das als ein überragender Erfolg deutscher Diplomatie und Staatskunst verbucht werden darf.

In Baden-Baden rennt sich Finanzminister Schäuble bei der Formulierung eines Kommuniqués der Finanzminister der G 20 fest und unterschreibt am Ende doch, dass Deutschland sich anstrengen wird, exzessive globale Ungleichgewichte zu beseitigen und auf Fairness im Handel zu setzen (siehe die Quelle unten).

Die staatstragenden deutschen Medien verstehen die Welt nicht mehr und weil ihnen die Argumente vollständig ausgehen, qualifizieren sie in jedem „Bericht“ die amerikanischen Äußerungen als simplifizierend oder wenigstens als Ausdruck eines von der amerikanischen Administration vollkommen unverstandenen internationalen Handels. [...]

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