Kommentar | 16.03.2017 (editiert am 17.03.2017)

Ein Wort zur Güte

Meine Besprechung von Michael Hudsons Buch „Der Sektor“ auf Makroskop gefiel Norbert Häring gar nicht. Entsprechend böse hat er reagiert. Ok, mein Artikel war polemisch und eine ebenso polemische Retourkutsche ist angemessen und belebt die Debatte. Jedoch kommt nach der Polemik wieder die Zeit des ruhigen Nachdenkens.

Im Wesentlichen hält mir Norbert Häring drei Versäumnisse vor, ein empirisches Versäumnis und zwei theoretische Versäumnisse. Theoretisch habe ich, so Norbert Häring, die „Rentenextraktionsthese“ nicht angemessen behandelt und zudem mit den Sektorbilanzen das falsche Instrumentarium verwendet. Empirisch sei ich bei der Diskussion der Sektorbilanzen nicht den „Spuren von Hudsons Argumenten“ genau genug nachgegangen. Ich denke, hier hat Norbert Häring recht. An dieser Stelle war ich etwas schlampig. Ich will das nachholen.

Empirisches Versäumnis

Beginnen will ich mit dem empirischen Teil, den „Spuren von Hudsons Argumenten“. Norbert Häring schreibt:

«Spuren von Hudsons Argumenten hätte man aber durchaus finden können, wenn man danach gesucht hätte. So gibt es genügend Analysten, bis hin zum Internationalen Währungsfonds, die die dargestellte Verschuldung der privaten Haushalte ab der Jahrtausendwende mit der massiven Konzentration der Einkommen und Vermögen bei Hudsons oberstem Prozent in Zusammenhang bringen.»

Werfen wir noch einmal einen Blick auf die Sektorbilanzen:



Die Grafik ist fast die gleiche wie die, [...]

Guter Journalismus hat seinen Preis

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