Arbeit | 31.03.2017

Kein Mindestlohn ist auch keine Lösung

Der Mindestlohn hat bislang nicht zu den befürchteten Arbeitsplatzverlusten geführt, dennoch befürworten einige Wirtschaftsexperten eine Aussetzung des Gesetzes für Flüchtlinge. Ein geeigneter Ansatz zur Integration der Flüchtlinge in den Arbeitsmarkt ist das jedoch nicht.

Die Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt gehört zweifellos zu den größten Aufgaben der Migrationspolitik. Manche wirtschaftspolitischen Stimmen suggerierten schon vor einiger Zeit, dass diese Aufgabe angesichts des Flüchtlingszustroms der letzten Jahre nur mit Anpassungen des Mindestlohns zu schaffen sei.

Michael Hüther, Direktor des arbeitgebernahen Wirtschaftsforschungsinstituts IW Köln, plädiert daher für zusätzliche Ausnahmeregelungen beim Mindestlohn. So schlägt er beispielsweise eine Karenzzeit von 18-24 Monaten ab dem Einstieg in den deutschen Arbeitsmarkt vor, in denen der Mindestlohn für Flüchtlinge nicht gelten soll (ähnlich wie bei Langzeitarbeitslosen). In eine ähnliche Kerbe schlägt Henrik Müller im Spiegel, indem er ebenfalls Ausnahmeregelungen für Flüchtlinge befürwortet, ohne jedoch konkret zu werden, welche dies sein könnten und wie lange diese gelten sollten. Der Ökonom Hans-Werner Sinn nimmt die Flüchtlingskrise in einem Gespräch mit der ZEIT zum Anlass, den Mindestlohn gleich komplett abschaffen zu wollen.

Neoklassisches Arbeitsmarktmodell

Die theoretische Grundlage, mit der gegen den Mindestlohn argumentiert wird, [...]

Nichts schreibt sich von allein!

Nur für Abonnenten

MAKROSKOP ist das Magazin einer Neuen Monetären Ökonomik und damit in Deutschland einzigartig. MAKROSKOP steht für das große Ganze. Wir haben einen Blick auf Geld, Wirtschaft und Politik, den Sie so woanders nicht finden.

Dabei leben wir von unseren Autoren – Quer- und Weitdenkern –, ihren Recherchen, ihrem Wissen und ihrem Enthusiasmus. Gemeinsam scheren wir aus den schmaler werdenden Leitplanken des Denkbaren aus. Wir verlassen die journalistische Filterblase, in der sich viele eingerichtet haben. Wir öffnen Fenster und bringen frische Luft in die engen und verstaubten Debattenräume.

Das verschafft uns nicht nur Freunde.

Wenn Sie uns gerade deswegen unterstützen möchten, dann folgen Sie einfach dem Button.

Abonnieren

Anmelden