EU | 17.03.2017 (editiert am 23.03.2017)

Südosteuropa: Schleppende Entwicklung zwischen Austerität und marktfreundlichen Reformen

Südosteuropa ist eine wichtige Region Europas. Ihre Eigenheiten werden von der EU jedoch wenig verstanden. Und so wird wirtschaftlicher Fortschritt von einer marktorientierten Industriepolitik und der Haushaltskonsolidierung eher gebremst statt gefördert.

Wo Südosteuropa wirtschaftlich steht, wird deutlich, wenn man sich das BIP pro Kopf anschaut. Kroatien, Rumänien und Bulgarien sind die Peripherie der EU, Bosnien-Herzegowina, Montenegro, Albanien, Mazedonien und Serbien sogar noch weiter unten (hier), ebenso wie der Kosovo (hier). Nur Slowenien stellt wirtschaftlich eine Ausnahme dar.

Nach spezifischen aber besonders schwierigen Transformationsprozessen in all diesen Ländern nach dem Fall des Eisernen Vorhangs sowie nach kriegerischen Auseinandersetzungen und Zerstörungen in fast allen Staaten des ehemaligen Jugoslawiens, ist die Wirtschaft – und besonders die Industrie – stark geschrumpft. Mit den marktradikalen Schocktherapien der 1990er Jahre haben sich die sozialen Indikatoren massiv verschlechtert. Während die Wertschöpfung der Industrie im Euroraum in der Periode von 1991 bis 2015 um 22,2% des BIP schrumpfte, waren es im Falle Albaniens, Bulgariens, Mazedoniens und Rumäniens durchschnittlich sogar 31,5% in derselben Periode. In Kroatien begannen die Industriezahlen in den ersten fünf Kriegsjahren der 1990er Jahre nach unten zu gehen. Darüber hinaus sank die Wertschöpfung in der Industrie zwischen 1995 und 2015 um ganze 18,9% des BIP. [...]

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