Finanzsystem | 28.03.2017 (editiert am 09.08.2018)

Target2-Salden und ihre Risikobewertung – 1

Die TARGET2-Salden erreichen jüngst neue Höchststände. Die Folgen eines Austritts eines Landes aus dem Euro-System oder gar das komplette Auseinanderfallen des Währungsraumes wird angesichts anstehender Wahlen vermehrt diskutiert. Ein Überblick.

Dirk Ehnts hat in seinem letzten Beitrag auf Makroskop den Faden aufgenommen, um eine Antwort auf die Frage zu geben: „Was passiert bei einer Auflösung des Euros?“. Ich will verschiedene Positionen zum Thema Revue passieren lassen, um die entscheidenden Differenzen zu identifizieren.

Hans-Werner Sinn hatte das Thema ab 2011 in die Öffentlichkeit getragen. Analysen und Einschätzungen von unterschiedlichen Seiten sind verfügbar. Ich will neben den Thesen von Sinn die Darstellungen der Bundesbank (Weidmann), des DIW Berlin – Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung, vom vormaligen Wirtschaftsweisen Olav Sievert und selbstverständlich auf Makroskop veröffentlichte Stücke heranziehen.

Technische Seite unstrittig

Die technische Seite des Themenkomplexes ist inzwischen wohl für alle beteiligten Seiten geklärt und unstrittig. Die Buchungssätze werden allseits richtig beschrieben, auch von Sinn e. a. . Es wird von allen eingeräumt, dass Zahlungssystem und Kreditsystem zwei Paar Schuhe sind, dass also TARGET2 kein eigenes Kreditsystem darstellt. Es ist vielmehr Teil des Zahlungssystems im Euro-System, zudem ein sehr effektives, kostengünstiges, über das täglich Zahlungen im Umfang des deutschen Bruttoinlandslproduktes abgewickelt werden. [...]

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