Finanzsystem | 31.03.2017 (editiert am 06.04.2017)

Target2-Salden und ihre Risikobewertung – 2

So lange das Euro-System weiter existiert, ist es durchaus angebracht, die Target2-Salden lediglich als statistische Informationen zu erachten. Diese „Informationen“ werden bei dem Austritt eine Landes aus dem Eurosystem gleichwohl eine zentrale Rolle spielen.

Mit der Frage des Austritts eines Eurolandes oder des Zerbrechens des Eurosystems scheinen sich Differenzen in der Bewertung der TARGET2-Salden aufzutun – auch wenn wir alle Positionen außer Betracht lassen, denen Olav Sievert testiert: „Das ist vulgär, und es ist unhaltbar.“, womit nur Formulierungen wie „auf Pump“, „Druckerpresse“ etc. gemeint sein können. Die eine Seite sieht in den negativen Salden substanitelle  Verbindlichkeiten der betreffenden Staaten, die andere Seite scheint die Bedeutsamkeit sehr viel niedriger zu hängen.

Was wird aus den Salden bei Austritt oder Zerbrechen des Euro?

Zur ersten Seite zählen z. B. das DIW, der Bundesbankpräsident Weidmann und der ehemalige Wirtschaftsweise Sievert:

«Ein Austritt würde die T2-Verrechnungspositionen im Prinzip in einen T2-Fremdwährungskredit transformieren.» (DIW)

«Wenn, was wir im Sommer letzten Jahres diskutiert haben, ein Land mit TARGET-Verbindlichkeiten – das ist ja das Thema von Herrn Sinn – die Währungsunion verlassen sollte, was ja zum Glück als Thema aus der Diskussion verschwunden ist,

[...]

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