Finanzsystem | 10.03.2017

Wenn Zentralbanken die zentralen Schattenbanken werden

Die Finanzkrise von 2007-2009 demonstrierte anschaulich die Gefahren des neuen marktbasierten Bankensystems. Anfällig für eine Überexpansion durch Kredite im Aufschwung und inhärent fragil im Abschwung.

Liquiditätsbeschaffung der Banken über Repos

Über verschiedene Kanäle (unter welchen zum Beispiel market accounting und der Repo-Markt zählen) ist die Kreditschöpfung der Banken inzwischen direkt von Liquidität der Kapitalmärkte abhängig und zunehmend der Kontrolle der Zentralbanken entzogen. Wirkte Zentralbankgeld früher zumindest noch teilweise disziplinierend auf Banken, so haben sich diese größtenteils über den Mechanismus des Repos (d.h. der kurzfristigen, durch Aktiva besicherten Kreditaufnahme bei anderen Finanzmarktakteuren) von der Kontrolle der Zentralbanken befreit. Im Wesentlichen basiert das neue System auf der Liquidität von Schulden in den Sekundärmärkten, die dort nicht nur gehandelt, sondern auch zur kurzfristigen Kreditaufnahme über Repos verwendet werden. Damit ist die Möglichkeit gemeint, möglichst einfach Vermögenswerte in Geld oder andere Aktiva umzutauschen (sprich die Verschiebbarkeit der Vermögenswerte). Solche Sekundärmarkt-Liquidität der Schulden wird durch Broker-Dealer erzeugt, die für ebendiese Schuldtitel sowohl Preise für deren Kauf als auch Verkauf bereitstellen und diese notfalls auch selber kaufen beziehungsweise verkaufen. Broker-Dealer spielen damit eine wesentliche Rolle für das Funktionieren des Systems, welche ohne die Nutzung des Repo-Marktes unmöglich wäre. Broker-Dealer greifen auf diesen Markt, [...]

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