Amerika | 18.04.2017 (editiert am 24.04.2017)

Argentinien und Brasilien: Kein Konzept zur Überwindung der Krise – 3

Welche Wirtschaftspolitik sollen die beiden Länder nun ergreifen. Das ist leicht zu beantworten, aber schwer umzusetzen angesichts der Vorurteile über volkswirtschaftliche Zusammenhänge, die auch in diesen Ländern vorherrschen.

Offensichtlich ist in beiden Fällen die Hilflosigkeit, mit der konservative wie linke Regierungen auf die Schwierigkeiten reagieren, die man mit sogenannten freien Wechselkursen hat. Warum etwa hat Brasilien die massive reale Aufwertung seiner Währung in den 2000 Jahren nicht verhindert und die Chancen genutzt, die eine unterbewertete Währung bietet. Warum hat es Argentinien auch lange nach dem großen Abwertungsschock seiner Währung nicht geschafft, seine Inflationsrate zu stabilisieren?

Warum, muss man generell fragen, gibt es immer wieder ein so ausgeprägtes Missmanagement der Wirtschaftspolitik auch in Ländern, die eigentlich relativ autonom sind und die politisch die Möglichkeit hätten, unorthodoxe Konzepte in die Tat umzusetzen? Die Antwort liegt, wie fast immer in diesen Fällen, in mangelndem theoretischen Verständnis der gesamtwirtschaftlichen Zusammenhänge auch bei linken Regierungen sowie in Geld- und Finanzstrukturen, die von ihnen nicht radikal genug umgebaut werden.

Absurde Zinssätze

Festmachen lässt sich das sehr leicht an den Zinssätzen, die in beiden Ländern für Kredite und für Depositen derzeit gelten (Abbildungen 1 und 2). In Argentinien, wo die Regierung anstrebt, [...]

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