Ökologie | 04.04.2017 (editiert am 05.02.2018)

Der Irrtum der Postwachstumsdebatte – 1

Nullwachstum kann keine Lösung sein. Der entscheidende Hebel für die Rettung der Umwelt ist eine Änderung der Produkte und Verfahren. Plädoyer für ein Investitionsprogramm, das innovative Potenziale in eine neue Richtung lenkt.

Wie wäre Ökokapitalismus möglich?[1] Um diese Frage zu beantworten, muss der Kern der ökologischen Krise benannt werden – der die Umwelt zerstörende Ressourcenverbrauch[2]: die CO2-Emissionen und die Emission anderer Klimagase, Schadstoffe und Abfälle und die Nutzung von Rohstoffen jenseits der Tragfähigkeitsgrenzen (beispielsweise Wasser und Abwasser, seltene Erden, Erdöl und andere Rohstoffe). Es geht also um die Stoffströme zwischen der menschlichen Produktion bzw. Konsumtion und der Natur, die Entnahmen und die Abprodukte.

Die Postwachstumstheoretiker wollen dieses Problem indirekt lösen. Statt Mittel zu entwickeln, die die Stoffströme selbst angehen, reduzieren oder umweltkompatibel verändern, soll das Wirtschaftswachstum eingestellt oder begrenzt werden. Gäbe es kein Wachstum, so das Argument, würden auch die Umwelt zerstörenden Stoffströme nicht mehr wachsen.

Das kann man nicht bestreiten. Die ökologischen Probleme sind die Folge des Wachstums, der ungeheuren Dynamik, die mit dem Kapitalismus in der industriellen Revolution in die Welt gekommen ist und die zu einer Vervielfachung der Produktion, der Bevölkerung und des Konsums – und in Folge dessen zur übermäßigen Belastung der Natur geführt haben. [...]

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