Demokratie und Staat | 21.04.2017 (editiert am 25.07.2017)

Der lange Weg nach Dänemark

Vor dem Hintergrund einer unsichereren Welt und einer wachsenden Zahl von „failed States“ geht Francis Fukuyama in seinen beiden letzten Büchern der Frage nach, wie stabile Staaten entstehen. Eine Betrachtung.

Die Geschichte der Hegemonie des Neoliberalismus ist auch eine Geschichte der Desavouierung des Staates. Staaten seien ineffizient, unpersönliche bürokratische Monster und hätten die größten Massentötungen der Geschichte auf dem Kerbholz. Deswegen, so der Tenor seit etwa Mitte der 70er Jahre bis heute, müssten sie abgebaut, zurückgeschnitten, mindestens aber gezähmt und unter demokratische sowie – ein Widerspruch in sich – die Kontrolle „der Märkte“ gebracht werden.

So sprach man während der marktfundamentalistischen Ära der letzten ca. 30 Jahre – wenn überhaupt über den Staat geredet wurde – eher im liberalen Sinne über die Kontrolle der Staatsmacht, also die Rechtsstaatlichkeit, die demokratische und vor allem wirtschaftliche Rechenschaftspflicht des Staates.

Diese staatsskeptische Schwerpunktverlagerung war auch eine Folge der Oktoberrevolution 1917, der Weltwirtschaftskrise seit 1929, des Faschismus und des New Deal in den USA. Der Staat war in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts gegenüber den nach einer langen liberalen Prosperitätsphase am Ende des 19. Jahrhunderts spätestens mit der Ersten Weltwirtschaftskrise grandios gescheiterten „freien“ Märkten derart auf dem Vormarsch, [...]

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