Ökologie | 13.04.2017

Die Postwachstumstheoretiker

Rainer Land unterstellt den Postwachstumstheoretikern in seinem Beitrag „Der Irrtum der Postwachstumsdebatte“ sie würden rein quantitativ denken und alles durch die Zu- oder Abnahme von numerischen Größen erklären. Eine qualitative Veränderung der Stoffströme sei ihre Sache nicht. Wäre dies der Fall, wäre das in der Tat zu beklagen. Allein: Es stimmt nicht.

Die Verbindung verschiedener Nachhaltigkeitskriterien

Der Namensgeber der Postwachstumsökonomie, Niko Paech, schreibt in seiner Habilitationsschrift, es müssten vier Nachhaltigkeitskriterien kombiniert werden, um eine absolute Senkung des Ressourcenverbrauchs zu erreichen: Effizienz, Konsistenz, Suffizienz (Konsummäßigung) und Umverteilung (von Arbeit und Vermögen). Effizienz betrifft die Inputseite und soll das Volumen an Energie und Material, das im industriellen Prozess verbraucht wird, senken. Konsistenz betrifft die Outputseite und soll Abfälle und Emissionen vermindern. Zur Konsistenz werden Ansätze wie die Bionik, die Öko-Effektivität oder das Stoffstrommanagement gezählt. Die Ziele von Effizienz und Konsistenz sind Dematerialisierung und die Schließung industrieller Stoffkreisläufe. Der Soziologe Joseph Huber schreibt hierzu:

«Beide Aspekte gehören zum vollständigeren Konzept einer industriellen Ökologie, die sich nicht durch bloße Mengenreduktion an ihre Umwelt anpassen muss, sondern sich entfalten kann aufgrund ihrer qualitativen Eigenschaft der metabolischen Naturintegration. […] Dem Konsistenz-Ansatz geht es nicht um ein Mehr oder Weniger vom Gleichen,

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