Finanzsystem | 04.04.2017 (editiert am 06.04.2017)

Geschichten von unabhängigen Zentralbanken und Inflationsgefahren – 2

Inflation ist momentan eines unserer geringsten Probleme. Sie wird es auch in Zukunft bleiben, denn ihr Wachstum hängt von den Lohnstückkosten ab, und nicht davon, wie viel Geld die EZB noch in den Markt pumpt.

Die Mainstream-Sichtweise

Die meisten neoklassischen Ökonomen bleiben beharrlich bei extrem niedrigen Inflationswerten von 1-3 % als Zielgröße. Jedoch sind viele ihrer Studien empirisch höchst problematisch, da sich die Berechnungen auf unzureichende Modelle stützen („researchers [are] drawing confident conclusions from statistical analyses that are widely regarded as fragile and unconvincing“; Temple, 2000).

Ohne zu sehr in die technischen Details zu gehen, sind die grundlegendsten Probleme weithin bekannt. Zunächst sind die Ergebnisse vieler Studien durch High-Frequency Daten verzerrt (Bruno und Easterly, 1998). Das heißt, je kürzer die Zeiträume sind, auf welche sich die verwendeten Durchschnittswerte beziehen, desto stärker wird die Beziehung zwischen Inflation und Wachstum („results get stronger as one goes from the cross-section to ten year averages to five year averages to annual data“, ebd.).

Über längere Zeiträume allerdings, wie zum Beispiel von 30 Jahren, ist ein Zusammenhang zwischen Inflation und Wachstum nicht existent. In den seltenen Fällen, in denen er gefunden wird, sind die Ergebnisse hauptsächlich durch Einzelfälle mit extrem hohen Inflations- und sehr niedrigen Wachstumsraten bestimmt – und verlieren ihre Gültigkeit sobald diese Fälle von der Analyse ausgeschlossen werden. [...]

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