Ökologie | 25.04.2017

Ökonomie im Kontext des menschlichen Naturverhältnisses – 2

Die verfügbaren Techniken zur Nutzung erneuerbarer Energie sind nicht in der Lage, den Energiefluss zu gewährleisten. Umso mehr bedarf es eine Überwindung der systemtechnischen Naivität und großer Investitionen in die öffentliche Infrastruktur.

Die heute verfügbaren Techniken zur Nutzung regenerativer Energiequellen sind insbesondere in den gemäßigten Klimazonen nicht dazu in der Lage, die Beständigkeit, den Durchsatz und die Dichte des Energieflusses zu gewährleisten, den sowohl die urbanen Agglomerationen als auch wesentliche industrielle Prozesse, etwa zur Herstellung und Verarbeitung metallischer, keramischer und, auf der Basis von Kohlenwasserstoffen hergestellter, synthetischer Werkstoffe oder auch von Halbleitern erfordern.

Das bedeutet, dass der jeweilige Bedarf nicht lokal mittels unmittelbar aus regenerierbaren Quellen gewonnener Energie zu befriedigen ist. Notwendig ist immer eine Verstetigung und raum-zeitliche Verdichtung des Energieflusses, die ein Verbundnetz mit umfangreichen Speicherkapazitäten erfordert. Eine Anforderung, die die ohnehin schon geringen Erntefaktoren (EROI, Energy Return on Investment) der diversen Techniken zur Nutzung erneuerbarer Energiequellen noch einmal reduzieren [Smil 2016, 249-255; Kelly 2016].

Von einer Infrastruktur von Speichern und Reservekapazitäten mit der Elastizität, die ein Umstieg auf 100% erneuerbare Energie erfordern würde, sind Deutschland und die europäischen Länder Jahrzehnte, eine Reihe von ausstehenden technologischen Durchbrüchen und Investitionen in der Größenordnung von Hunderten Milliarden Euro entfernt. [...]

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