Weltwirtschaft | 21.04.2017 (editiert am 23.04.2017)

Warum deutsche Exportüberschüsse (k)ein Problem sind

Der hohe deutsche Leistungsbilanzüberschuss wird wohl auch in Washington thematisiert werden. Die Vertreter der deutschen Bundesregierung haben sich vorgenommen, den Trumpisten zu erklären, dass das „Problem“ bei Licht betrachtet gar keines ist.

Wie SPON berichtet, wird der deutsche Finanzminister den Trumpisten in dieser Woche im Rahmen der Frühjahrstagung von Internationalem Währungsfonds (IWF) und Weltbank in Washington Nachhilfe in moderner Ökonomik erteilen. SPON liegt ein sogenanntes „Argumentationspapier“ des Finanz-und Wirtschaftsministeriums vor, das die Erkenntnisse der modernen Ökonomik knapp zusammenfasst. Über Lektion 1 wird das folgende berichtet:

«Die Leistungsbilanz sei für die Bundesregierung keine sogenannte Steuerungsgröße, belehren die Autoren etwa die Amerikaner. Der Grund: Sie lasse sich nur in sehr begrenztem Rahmen durch politische Maßnahmen beeinflussen. ‚Der deutsche Leistungsbilanzüberschuss ist vor allem das Ergebnis von marktbasierten Angebots- und Nachfrageentscheidungen von Unternehmen und privaten Verbrauchern auf dem Weltmarkt.’»

Diese Meinung ist nun nicht gerade brand neu. Wie wir an anderer Stelle schon berichtet hatten, wird diese neue Lehre auch vom Sachverständigenrat genau so vertreten. Oberlehrer Schäuble allerdings erklärte noch Anfang Februar im Tagesspiegel:

«Der Euro-Kurs ist genau betrachtet für die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft zu niedrig.»

Und damit wären genau betrachtet die deutschen Exporte wohl zu hoch. [...]

Nichts schreibt sich von allein!

Nur für Abonnenten

MAKROSKOP ist das Magazin einer Neuen Monetären Ökonomik und damit in Deutschland einzigartig. MAKROSKOP steht für das große Ganze. Wir haben einen Blick auf Geld, Wirtschaft und Politik, den Sie so woanders nicht finden.

Dabei leben wir von unseren Autoren – Quer- und Weitdenkern –, ihren Recherchen, ihrem Wissen und ihrem Enthusiasmus. Gemeinsam scheren wir aus den schmaler werdenden Leitplanken des Denkbaren aus. Wir verlassen die journalistische Filterblase, in der sich viele eingerichtet haben. Wir öffnen Fenster und bringen frische Luft in die engen und verstaubten Debattenräume.

Das verschafft uns nicht nur Freunde.

Wenn Sie uns gerade deswegen unterstützen möchten, dann folgen Sie einfach dem Button.

Abonnieren

Anmelden