Kommentar | 19.05.2017 (editiert am 20.05.2017)

Betriebsrat, nicht Volksrat

Der Spiegel macht sich Sorgen um die Vergütungshöhe von Betriebsräten. Aber leider nur im Zusammenhang mit VW und ohne jeden sachlichen Zusammenhang mit der Funktion eines Betriebsrates. Blickt da Neid durch?

Die Vergütungsfrage für Manager und Betriebsräte ist in der Tat eine Frage von allgemeinem Interesse. Dabei ist aber der Aspekt, welche Vergütungshöhe innerhalb eines speziellen Unternehmens als angemessen betrachtet werden kann, nur ein Aspekt. Es ist sicher kein Zufall, dass der Spiegel in seiner Betrachtung das Preis-Leistungsverhältnis (Lohn für geleistete Arbeit) ebenso außer Acht lässt wie die Außenwirkung von Vergütungen in großen Unternehmen.

Eines kann man schon von vornherein sagen: an Produktivitätsentwicklungen sind die Vergütungen in den betrieblichen Top-Etagen nicht geknüpft. Es muss also ein interessanter innerbetrieblicher Selbstfindungsprozess sein, der zu „Eingruppierungen“ von Spitzenpersonal in der Gehaltstabelle führt. Dabei können wir zunächst sowohl den Managern wie auch den Konzernbetriebsräten positiv unterstellen, dass sie für das Unternehmen in dem sie tätig sind, nur das Beste wollen. Was auch immer das ist. Denn beide Gruppen sind dem Wohl des Unternehmens verpflichtet.

Unternehmens- gleich Allgemeinwohl?

Es kann aber nicht davon ausgegangen werden, dass das, was dem Wohl des Unternehmens dient, auch automatisch dem Allgemeinwohl dient. [...]

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