Soziales | 09.05.2017

Der Staat ein Wegelagerer?

Auch in der aktuellen Ausgabe zur OECD-Studie „Taxing Wages 2015-2016“ steht Deutschland mit seinen Steuern und Sozialabgaben auf den vorderen Plätzen. Die Medien basteln daraus alte Klischees, die sich aber auf den zweiten Blick empirisch nicht bestätigen lassen.

Die OECD veröffentlich jährlich einen internationalen Vergleich der Abgabenbelastung von Lohnempfängern. Deutschland steht in diesem Ranking stets auf den vorderen Plätzen, so auch in der aktuellen Ausgabe von „Taxing Wages“.

Ebenso regelmäßig nutzt der neoliberale Mainstream der Wirtschaftspresse diese Gelegenheit, den Fiskus als moderne Variante der Wegelagerei zu denunzieren. So klagt der „Focus“ über „horrende Abgaben“, FAZ-Herausgeber Holger Steltzner ernennt den deutschen Staat zum „Weltmeister im Schröpfen“, die „Welt“ sieht das ähnlich, während der „Spiegel“ ihm nur die Vizeweltmeisterschaft zugesteht. Oliver Welke plapperte das in der „heute-Show“ (21.4.2017) nach, allerdings reklamiert „Die Presse“ aus Wien diesen Titel für Österreich.

Mehr als den Flyer der OECD-Pressestelle können die Verfasser dieser Phrasen nicht gelesen haben. Der gibt den Inhalt des 580 Seiten umfassenden Reports nur sehr verkürzt wieder. Das kann man Pressemitteilungen über derart umfangreiche empirische Untersuchungen an sich nicht vorwerfen. [...]

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