EU | 30.05.2017 (editiert am 19.06.2017)

Emmanuel Macron „liefert“ – wem?

Die EU-Hierarchie erwartet von Emmanuel Macron nur eines: als Präsident die Arbeitsmarktreformen zu vollenden, die er als Wirtschaftsminister begonnen hat. Was davon zu erwarten ist, illustriert das Beispiel des Softwaremultis Capgemini.

Als kurz vor dem zweiten Wahlgang die „Macron-Leaks“ durchsickerten, war man sich in den seriösen Medien einig: Einfach nicht beachten. Im Nachhinein gibt es da aber doch zumindest einen beachtenswerten Aspekt, nämlich die enge Verknüpfung von Emmanuel Macron mit dem französischen Software-Multi Capgemini. Dass deren Boss, Paul Hermelin, zu den wichtigsten Geldgebern von „En Marche“ gehört, konnte man schon vorher zumindest ahnen. Neu ist hingegen, dass Philipp Grangeon, der Pressechef von Capgemini, zu Macrons engster Wahlkampftruppe gehört, und viele seiner Reden geschrieben oder zumindest mitverfasst hat.

Das ist deshalb wichtig, weil Capgemini eine Art Nagelprobe für die Arbeitsmarktreform von Macron darstellt. Wohin diese Reise geht, zeigte – symbolisch – die Aktionärsversammlung von Capgemini, die ausgerechnet an dem Tag und in der Stadt über die Bühne ging, als Macron seinen Regierungschef präsentierte. Die Aktionäre genehmigten in diesem Montag eine Jahresrechnung, der man folgendes entnehmen konnte:

Die Lohnkosten pro Kopf sanken gegenüber dem Vorjahr um 3,8%. Der Gewinn stieg um 15% auf 921 Millionen Euro. [...]

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