Aufgelesen | 30.05.2017 (editiert am 05.06.2017)

Kann man aus (Wirtschafts-)Geschichte lernen?

Ein neues Buch von Kiran Klaus Patel stellt sich der Herausforderung einer Globalgeschichte des New Deals.

In der heutigen politischen Diskussion wird interventionistische Wirtschaftspolitik oftmals gleichgesetzt mit Protektionismus, dieser im nächsten Schritt mit Isolationismus, gar mit Nationalismus.

Der New Deal, das vielzitierte Reformprogramm Franklin Delano Roosevelts, welches untrennbar mit dem wirtschaftlichen Aufschwung der USA nach der Großen Depression verbunden ist, war viel ambivalenter als es die ­– ohnehin in sich unstimmigen ­­­– Etikette vermuten ließen, die ihm in oberflächlichen Leitartikeln zugeschrieben werden.

Der globalgeschichtliche Blick, den der Autor Kiran Klaus Patel wählt, hat den Vorteil, Parallelen deutlich zu machen, die eine rein nationalstaatlich fokussierte Geschichtsschreibung nicht herausarbeiten kann. So scheinen im internationalen Vergleich Wirtschaftsnationalismus, die Errichtung von Wohlfahrtsstaaten und der Aufstieg charismatischer Führer Hand in Hand gegangen zu sein.

An diesem Punkt ist die Frage angebracht, welche Definition von Wirtschaftsnationalismus in diesem Zusammenhang verwendet wird. Sie bleibt unbeantwortet. So drängt sich der Eindruck auf, auch hier die vor allem im angelsächsischen Sprachraum weitverbreitete Gleichsetzung von Wirtschaftsnationalismus und Protektionismus vorzufinden, die aus ihrem zugrundeliegenden normativen „Bias“ im Sinne des unbeschränkten Freihandels kein Geheimnis macht.

Diese Erkenntnis schmälert aber den Nutzen der Lektüre nicht wirklich. [...]

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