Finanzsystem | 09.05.2017 (editiert am 21.08.2017)

Korrektes Geldverständnis ist unverzichtbar – 2

Nicht jede Geldforderung ist Geld, aber jedes Geld Geldforderung. Diesem in dem Wort „Forderung“ wurzelnden Missverständnis ist sogar Bundesbankpräsident Jens Weidmann aufgesessen.

Was macht eine Geldforderung zu Geld? Es ist die uneingeschränkte Übertragbarkeit an andere zu welchen Zwecken auch immer. Übertragbarkeit heißt hier schlicht Halterwechsel der Forderung z. B. bei unmittelbarer Ausübung der Kaufkraft. Wenn ich aufgrund eines privaten Darlehens eine Forderung gegen X halte, ist diese Forderung nicht uneingeschränkt übertragbar. Ich kann mit ihr weder Steuern zahlen noch im Supermarkt bezahlen.

Bei Rückzahlung dieses privaten Darlehens wird aus der (höchstens eingeschränkt übertragbaren) Forderung wieder eine unbeschränkt übertragbare, im Falle des Bargelds gegen die Zentralbank, bei Überweisung gegen meine Geschäftsbank. Besitz von Geld ermöglicht die Teilnahme an der Leistungsverrechnung über die Annahme und Hergabe von uneingeschränkt übertragbaren Forderungen. Eine Geldforderung hat also dann Geldcharakter, wenn sie als Giralgeld gegen die Geschäftsbank oder als Bargeld gegen die Zentralbank gehalten wird.

Die Geburt neuen Geldes im Kreditvertrag

Wie kommt es nun dazu, dass jemand überhaupt Geldvermögen (positives oder negatives) besitzt, oder anders gesagt, wie kommt in der modernen Geldwirtschaft das Geld in die Welt? (Ich setze hier voraus, dass der Staat schon eine bestimmte Währung als gesetzliches Zahlungsmittel bestimmt hat und die Zahlung der Steuern an ihn in dieser Währung vorschreibt und so die allgemeine Nutzung dieses Zahlungsmittels erwirkt.) Geschäftsbanken schreiben Kunden auf ihren Girokonten Geldbeträge gut, wenn sie von ihnen etwas kaufen oder ihnen einen Kredit gewähren. (Das tun sie auch, wenn von dritter Seite Geldbeträge übertragen werden. In diesem Fall der Überweisung existierte das Geld allerdings schon.)

Betrachten wir zunächst den Kreditvorgang zwischen Geschäftsbank und Nichtbank. Dies ist ein Vertragsverhältnis, mit dem die beiden beteiligten Seiten zwei unterschiedliche Geldforderungs-/Geldverbindlichkeitsverhältnisse eingehen. Im ersten Verhältnis erhält der Kunde eine Geldforderung mit qualifizierter Geldeigenschaft, die als Einlage auf seinem Girokonto gebucht wird – aus Sicht der Bank eine Verbindlichkeit in gleicher Höhe. Das zweite Verhältnis ist eine Geldverbindlichkeit des Kunden gegenüber der Bank (die Kreditschuld), die aus deren Sicht eine Forderung gegenüber dem Kunden darstellt, ohne die qualifizierte Geldeigenschaft aufzuweisen.

Der Geschäftsbankensektor vernichtet das Kreditgeld wieder, wenn es diese Kreditforderungen ohne Geldcharakter verbrieft und als Wertpapiere an den privaten Sektor verkauft, wie z. B. mit den Subprime-Hypotheken geschehen. Die verkaufende Bank vermehrt ihren Reserven-Bestand in Höhe des Verkaufserlöses. Ein Erlös unterhalb des Nennwertes der enthaltenen Kreditforderungen wäre ihr Verlust.

Aus diesem zweiteiligen Kreditprozess ist unmittelbar ersichtlich, dass die Bilanz der Bank ausgeglichen bleibt und bilanztechnisch gesprochen eine Verlängerung erfährt (ebenso wie die Bilanz des Kunden, wenn er denn bilanziert). Andere Geldforderungen oder Geldforderungen Dritter sind nicht berührt. Ein weiterer dritter Weg, wie neues Giralgeld in die Welt kommt, sind Staatsschulden, insoweit der aggregierte Bankensektor Kreditor ist und die Nichtbanken nur kreditfinanziert Staatspapiere kaufen.

Insoweit vom Nichtbankensektor Staatspapiere nicht durch neue Kredite finanziert werden, also durch Sparen finanziert, geht von der entsprechenden Staatsschuld keine die Wirtschaft stimulierende Wirkung aus.[i]

Verleihen Geschäftsbanken überhaupt Geld?

Schon aus logischen Gründen ist die Vorstellung, eine Kreditgewährung mit einem Kreditvertrag zwischen Geschäftsbank und Nichtbank in dem hier beschriebenen Geldsystem benötigte eine vorgängige Spareinlage eines Dritten, als falsch zurückzuweisen und als der untergegangenen Welt der physisch übereigneten Goldmünzen zuzurechnen. Ich halte den auch bei Makroskop[ii] gelegentlich zitierten Versuch von Prof. Werner, die Theorie der Banken als Intermediäre, die eingesammeltes Sparvermögen weiterverleihen, empirisch zu widerlegen, für fehlgehend[iii].

Was sich logisch erschließen lässt, d. h. aus logischen Gründen gilt, ist damit empirischer Prüfung entzogen. Der Versuch der empirischen Überprüfung unterstellt ja, dass es auch empirisch möglich wäre, dass das Ergebnis anders ausfiele. Genau das ist aber im modernen kreditbasierten Geldsystem nicht der Fall. Im Rahmen des Kreditvertrags gebuchtes Geld (= durch Buchung geschaffene Forderung gegen die Bank) kann nicht die bei derselben Bank gebuchte Spareinlage eines Dritten verringern. Die Nutzung von Spareinlagen im Kreditprozess müsste sich buchungstechnisch abbilden.

Aber schon die Vorstellung eines Buchungssatzes zu Lasten des Sparkontos des Dritten zeigt den chaotischen Unsinn der Spargeld-Weiterverleih-Theorie. Der Buchungssatz lautet simpel „Kreditforderung an Sichteinlage“, und damit sind sowohl die Kreditverbindlichkeit des Kreditnehmers gegenüber der Geschäftsbank wie auch seine Geldforderung gegenüber der Geschäftsbank auf seinem Konto als Sichteinlage in der Welt.[iv] Wenn man denn etwas empirisch überprüfen wollte, dann die Behauptung, dass so wie beschrieben gebucht wird. Und wenn so, was niemand bestreitet, gebucht wird, befinden wir uns zweifelsfrei in der Welt des modernen Kreditgeldes.

Natürlich ist grundsätzlich auch einfacher Geldverleih aus einem Fundus verfügbarer Mittel heraus möglich, wie ein Autoverleiher ein verfügbares KFZ aus seinem Fahrzeugpark verleihen kann und erst nach Rückgabe neu verleihen kann.

Der Blick in die Bankbilanz zeigt aber, dass dieser Weg den Geschäftsbanken nicht offensteht. Geld, das Banken von Sparern zu Sparzwecken entgegennehmen, ist entweder schon Giralgeld mit täglicher Fälligkeit oder Bargeld, das durch die Einzahlung in Giralgeld verwandelt wird. Für dieses Geld nimmt der Kunde eine mindere Liquidität zwecks Erzielung einer höheren Verzinsung (wenn sie denn überhaupt erzielbar ist) in Kauf. Dieses Geld wird und bleibt aber nach Einzahlung unabhängig von seiner Fälligkeit eine Verbindlichkeit der Bank und ist somit Teil der Passiva in der Bankbilanz. Und diese Position bleibt ebenso unabhängig von jeglicher Kreditvergabe der Geschäftsbank wie sonstiges Giralgeld als Passivum in der Bilanz stehen. Es könnten aber, wenn überhaupt, nur Aktiva (etwas aus dem Vermögen der Bank) verliehen werden.

Mathias Binswanger ist in seiner Analyse zuzustimmen:

„Würden Banken tatsächlich Geld ausleihen, welches sie vorher von den Sparern erhalten haben, dann müsste dieses Geld auf der Aktivseite der Bankbilanz stehen. […] Auf der Aktivseite einer Bankbilanz suchen wir aber vergeblich nach solchem Geld.“[v]

Banken verleihen also gar kein Geld im Kreditprozess, sondern schaffen es in diesem Prozess neu und vermehren damit die Giralgeldmenge. Ebenso wenig „verleiht“ der Kreditnehmer seine Kreditverbindlichkeit. Er willigt vielmehr in eine Kreditverbindlichkeit ein, wie die Geschäftsbank im gleichen Zug in die Giralgeldverbindlichkeit einwilligt. Die Spargeld-Weiterverleih-Theorie ist wohl ein letztes Aufbäumen des unwilligen Geistes gegen die Anforderung, die Wirkungsweise des Kreditmechanismus in der modernen Geldwirtschaft anzuerkennen, der aus sich heraus neue zusätzliche Kaufkraft erzeugen kann, ohne dass zuvor Verzicht geleistet, also gespart worden wäre.

Es bedurfte also nicht „frischen deutschen Sparkapitals“, um so etwas wie die spanische Hypothekenkrise zu ermöglichen. Die Ermöglichung von Spekulationsblasen ist dem Kreditgeldsystem selbst inhärent, wenn dieses nicht durch Bankenregulierung und –aufsicht davon abgehalten wird. Mit dem definitiven Charakter des Kreditgeldes ohne die Einlösbarkeit in Gold können wir mit unserem Geld nicht den unüberwindbaren Zirkel der Forderungen und Verbindlichkeiten verlassen, um zu einer höheren Geldqualität vorzustoßen.

Aktiva werden von den Geschäftsbanken bei der Giralgeldschöpfung zwar nicht verliehen, in einem gewissen Ausmaß aber in der Tat benötigt, wenn entweder Bargeld abgehoben wird oder Nettogiralgeldabflüsse zu verbuchen sind. Die Gegenbuchung ist dann der Bestand an Reserven. Aber unabhängig vom Stand etwaiger Spareinlagen besorgt sich und erhält die Geschäftsbank im Bedarfsfall die benötigten Reserven, weil die Zentralbank ihrer Bestimmung gemäß den störungsfreien Ablauf des Zahlungsverkehrs gewährleisten will. Auch dies hat Steinhardt hier[vi] beschrieben. Nur in dem Sinne, dass eingeworbene Spareinlagen bei einer Geschäftsbank automatisch auch deren Reservenbestand erhöhen, können diese Spareinlagen den Kreditprozess erleichtern. Daraus ist aber keine Weitergabe der Spareinlagen abzuleiten.

Selbst der Versuch, einen Verleihprozess durch die Geschäftsbank zu konstruieren, führt zu einer Geldschöpfung durch die Geschäftsbank: Ein Verleihprozess wäre im Gegensatz zur Bilanzverlängerung im Kreditprozess ein Aktivtausch und würde von der Geschäftsbank folgendermaßen gebucht: „Forderung aus Verleih an Reserve“ anstelle der Bilanzverlängerung mit „Kreditforderung an Sichteinlage“. Diese „Ausleihung“ wäre unmittelbar mit Bargeldauszahlung an den Entleiher verbunden.

Die Ausleihung wäre also eine nichtstaatliche Bargeldemission im Sinne von Steinhardt und würde ebenso wie der Kreditprozess die Geldmenge M1 vermehren. Sollte der Bankkunde das „geliehene“ Geld auf dem Girokonto verfügbar haben wollen, hätte er es der Bank mit der „Entleihung“ ipso facto „zurückgeliehen“, und die Bank müsste zusätzlich buchen: „Reserven an Einlagen“. Das wäre mit dem Phänomen verbunden, dass der Kunde über giralgeldbasierte Kaufkraft verfügte und mit Abschluss der zwei Buchungssätze zugleich der Reservenbestand der Bank insgesamt nicht gesunken wäre, also aus dem Aktivvermögen der Bank per saldo nichts zu Verleihzwecken abgeflossen ist. Wir hätten das Ergebnis des normalen Kreditprozesses.

Aber selbst, wenn es in dem Kreditgeschäft bei der Barauszahlung bliebe: Es wäre keine Spareinlage weitergereicht, sondern Reserveguthaben der Bank wären auf dem Wege des Aktivtauschs geldmengensteigernd als Bargeld emittiert worden.

Wie man es auch dreht und wendet, Spareinlagen werden von Geschäftsbanken nicht verliehen, Banken verleihen überhaupt nicht, sondern schöpfen bzw. emittieren Geld![vii] Sie können systembedingt – und weil sie Banken und als solche Teil des zweistufigen Finanzsystems mit Reservenhaltung sind –, keine einfachen Verleihprozesse wie ein Pfandhaus realisieren. Kreditgewährung ist deshalb immer Geldschöpfung und Kredittilgung durch den Kreditnehmer immer Geldvernichtung. Die Gültigkeit dieser These ist ebenso wenig eine Frage empirischer Evidenz wie die Gültigkeit der Behauptung, dass die Quadratwurzel aus 4 gleich 2 ist. Das klären wir schließlich auch nicht durch eine Umfrage bei professionellen Mathematikern, sondern indem wir uns persönlich von der Gültigkeit durch Beweis überzeugen.

„Sparvermögen“ nur bei Kreditbeziehungen zwischen Nichtbanken nötig

Wenn zwei Nichtbanken ein Kreditverhältnis eingehen, ist die Sachlage allerdings anders. Wenn ich meinem Freund Geld leihen will, muss ich zunächst über ein liquides Geldvermögen verfügen, das ich als Ausleihung meinem Freund übereigne (Bargeldübergabe oder Giralgeldüberweisung). Dies könnte auch Geld sein, das ich mir zuvor bei der Bank geliehen habe. Worin besteht nun der entscheidende Unterschied zwischen den beiden Beispielen Kredit eines Privaten bei einer Geschäftsbank und Kredit unter Freunden?

Klarheit erlangen wir – wie so oft –, wenn wir uns unser zweites Beispiel buchungstechnisch vergegenwärtigen: Ich überweise meinem Freund leihweise 100 € und buche eine 100 €-Forderung gegen ihn, meine Forderung gegen die Bank ist um 100 € gesunken, die meines Freundes in gleicher Höhe gegen die Bank gestiegen, mein Freund bucht zudem 100 €-Verbindlichkeit gegen mich.

Ein Bargeldbeispiel hätte als dritte Instanz auf der Position der Geschäftsbank die Zentralbank. Neues Geld, d. h. eine neue Geldforderung kommt so im Gegensatz zum Kredit der Geschäftsbank ersichtlich nicht in die Welt. Mein Freund hat von mir schon vorgängig geschöpftes Kreditgeld erhalten und meine Geldforderung an ihn ist nicht unbeschränkt übertragbar.

Auf Kreditverträge dieser Art möchten die Vollgeldreformer die Kreditvergabe der Geschäftsbanken beschränken. Kaufkraftvermehrung käme dann nur durch Aktivität der Zentralbank zustande, deren Fähigkeiten zur Identifikation eines solchen zusätzlichen Bedarfes an Kaufkraft in der Volkswirtschaft bisher nicht überzeugend dargelegt werden konnten.

Ich halte zwar eine Forderung gegen meinen Freund, die der Kreditforderung der Bank gegen den Kunden aus dem obigen Beispiel entspricht. Diese beiden Forderungen besitzen aber nicht die Geldeigenschaft, die darin besteht, die Forderung zum Einkaufen von Waren oder Dienstleistungen, Bezahlen von Steuern oder Begleichen von Schulden zu nutzen. Genau diese Eigenschaft besitzt aber das Giralgeld, das die Bank dem Kunden im obigen Beispiel auf dem Girokonto gutgeschrieben hat.

Im Beispiel der drei Beteiligten mit mir als privatem Kreditgeber, meinem Freund und der Bank ist eine schon existente Geldforderung/-verbindlichkeit weitergereicht worden, im anderen Beispiel der zwei Beteiligten, Bank und Kunde, ist eine vorher nicht existente Geldforderung/-verbindlichkeit geschaffen worden. Der allgemeine Sprachgebrauch nennt Letzteres Geldschöpfung der Bank oder Schaffung des Geldes durch die Bank aus dem Nichts oder Geld geschaffen durch einen Griff in dünne Luft.

Diese Redeweise ist allerdings reine Metaphorik und fügt dem Verständnis des Vorgangs nichts Neues hinzu. Nüchtern betrachtet sind es lediglich Buchungen, die, bevor Zinsen in das Spiel kommen, nicht einmal das Eigenkapital der Bank berühren. Auf dem Kundenkonto bei der Bank wird schlicht eine Buchung vorgenommen, die die Geldforderungen des Kunden erhöhen. Der Kunde kann anschließend diese Forderungen zu seinen eigenen Zwecken an andere weiterreichen, die ihrerseits den Geldfluss entsprechend in Gang halten können.

Genau diese Nutzbarkeit der Forderung ist zentral für die Geldeigenschaft. Die Geldforderung der Bank an den Kunden, die ebenso Teil des Kreditvertrags war, hat diese Eigenschaft nicht: Der Kunde wird entsprechend den Vertragsbestimmungen später zurückzahlen. Diese Geldforderung wird im allgemeinen Zahlungsverkehr nicht wie das Giralgeld von Dritten akzeptiert. Unser Kunde im Beispiel ist eben keine Geschäftsbank.

Mit der Forderung selbst ist schon alles da

Man beachte an dieser Stelle, wie oben schon bemerkt: Im Rahmen des geldschöpfenden Kreditvertrages zwischen Bank und Kunde hat letzterer eine Forderung an die Bank erhalten. Er hat aber nichts zu fordern, die Bank nichts zu geben, um eine vermeintliche Forderung zu erfüllen – außer dass der Kunde das Recht beanspruchen kann, die Forderung jederzeit an Dritte weiterzugeben oder in eine Forderung gegen die Zentralbank, d. h. in Bargeld, oder in eine Forderung gegen eine andere Geschäftsbank, d. h. in eine Sichteinlage auf dem Konto bei einer anderen Bank, umzuwandeln.

Wer als Eigentümer einer solchen Geldforderung glaubt, er hätte über die hier aufgezählten Eigenschaften seiner Forderung hinausgehend materiell etwas zu fordern, irrt. Diesem in dem Wort „Forderung“ wurzelnden Missverständnis ist sogar der Präsident der deutschen Bundesbank Weidmann aufgesessen, wie hier[viii] gezeigt, wenn er sagt, bei dem von ihm für solvent gehaltenen „Schuldner“ EZB TARGET2-Forderungen gegebenenfalls fällig stellen und „eintreiben“ zu können.

 


Literatur und Anmerkungen

[i] Vgl. auch Richard A. Werner: Neue Wirtschaftspolitik, München 2007, S. 334 f.
[ii] https://makroskop.eu/2016/02/die-banken-und-ihre-kreditvergabe-viel-theorie-wenig-empirie/
[iii] Richard A. Werner: Can banks individually create money out of nothing? — The theories and the empirical evidence http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S1057521914001070#bb0590
[iv] Dem eben noch kritisierten Richard A. Werner ist allerdings voll zuzustimmen, wenn er den Begriff des „Leihens“ im Bankwesen für irreführend erklärt. „Selbst die vorherrschende Beschreibung einer der wichtigsten Funktionen von Banken als ‚lending‘ führt in die Irre. […]  Doch die Kredite, die Banken gewähren, entziehen niemandem Kaufkraft oder Eigentumsansprüche an Ressourcen der Wirtschaft. […] Banken verleihen nicht Geld, sie schaffen es.“ Richard A. Werner: Neue Wirtschaftspolitik, München 2007, S. 226 f.
[v] Mathias Binswanger: Geld aus dem Nichts, Weinheim 2015, S. 24
[vi] https://makroskop.eu/2016/10/ist-eigentlich-geld-6/
[vii] Ich sehe diese Auffassung durch Rieken bestätigt: „Tatsächlich wird durch die Kreditgewährung kein Geld weitergeleitet. Denn bei jeder Bareinzahlung auf Sicht-, Termin- und Spareinlagenkonto verlieren die Noten und Münzen definitionsgemäß ihre Geldfunktion. Sie werden Liquiditätsreserven der Kreditinstitute. Entsprechendes gilt, wenn die Einlage durch Überweisung eingeht. Die Zentralbank- oder Nostroguthaben dienen dabei nur als Übertragungsmedium. Sie übernehmen für die Bewegungszeit den Charakter des Kontos, von dem die Zahlungen ausgehen. Die Sichteinlage hat jetzt die Geldfunktion übernommen.[…] Auch durch eine Refinanzierung bei der Notenbank, den Zentralen des eigenen Systems oder bei Korrespondenzbanken fließt dem jeweiligen Kreditinstitut kein Geld, sondern nur eine Liquiditätsreserve zu. […] Da nur die täglich fälligen Depositen […], die aber im Besitz der ursprünglichen oder neuen Einleger verbleiben, die Funktion des Geldes besitzen, wird den Kreditnehmern kein bestehendes Geld zur Verfügung gestellt. In jedem Fall wird bei der Kreditgewährung Geld geschaffen, und zwar meistens als Sichteinlage, aber auch durch Aktivierung von Noten und Münzen.“  Hans Joachim Rieken: Die Beziehungen zwischen der Notenbank und den Trägern der Girosysteme, Berlin 1964, S. 82
[viii] https://makroskop.eu/2017/03/target2-salden-und-ihre-risikobewertung-2/

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