Theorie | 23.05.2017

Modern Money Theory – ein wirtschaftspolitisches Experiment?

In seiner Kritik an unserer Position, dass ein Euro-Ausstieg nicht tabuisiert werden darf, bezweifelt Michael Wendl, dass mögliche Euro-Austrittsländer sich auf ein Experiment mit der von uns vertretenen „Modern Money Theory“ einlassen würden. Diese Einschätzung basiert auf einem gravierenden Missverständnis.

Der Gewerkschaftssekretär und SPD-Politiker Michael Wendl weist zu Recht darauf hin (Zeitschrift „Sozialismus“, Heft 4-2017), dass wir die Vorstellung, dass die Finanzmärkte über eine fast unbegrenzte Macht verfügen, mit der sie hilflose Regierungen nach Belieben abstrafen können, für unzutreffend halten – jedenfalls in Bezug auf Länder, die ihre eigenen, souveränen Währungen emittieren. Wir bezweifeln deshalb in der Tat, dass in Ländern, die aus der Europäischen Währungsunion austreten, zwangsläufig die Zinsen für zukünftige Staatsanleihen dramatisch steigen müssen.

Wendl stellt auch richtig fest, dass unsere Argumentation sich an der sogenannten „Modern Money Theory“ (MMT) orientiert. Diese – so Wendl – stehe im Widerspruch zur marxistischen Auffassung, dass allen Geldformen eine Geldware (nämlich Gold) zugrunde liege:

«Aus marxistischer Sicht wird am Geld als Geldware, die in letzter Instanz einen Wert repräsentieren muss, festgehalten […]. Eine staatliche Geldschöpfung aus dem Nichts wird deshalb ausgesprochen kritisch gesehen» (S. 62).

Das mag sein, aber wir betrachten die Diskussion über die Frage, [...]

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