Konjunktur | 12.06.2017 (editiert am 14.06.2017)

Die deutsche Konjunktur im Frühsommer 2017 – 1

Es ist nicht alles Gold, was glänzt. Zwar erlebt die deutsche Wirtschaft gerade eine leichte Aufwärtsbewegung, aber es ist ziemlich eindeutig, dass die Impulse dafür nur aus dem Ausland kommen und da praktisch ausschließlich aus der Eurozone. Was das wohl heißt?

Beim Auftragseingang im verarbeitenden Gewerbe gab es im April erneut einen Rückschlag (Abbildung 1). Die Bestellungen aus dem Ausland und dem Inland sanken. Das ändert jedoch nichts daran, dass es insgesamt gesehen über die vergangenen Monate eine Aufwärtsbewegung gab. Das Aufschwung zu nennen, ist immer noch sehr gewagt, wenn man zur Kenntnis nimmt, dass der Gesamtindex nun mal gerade um drei Prozent über dem Niveau vom vergangenen Jahr, aber auch von der letzten Spitze im Jahr 2011 liegt.


Abbildung 1


Wie sehr man sich täuscht, wenn man Konjunkturindikatoren ohne eine gewisse historische Relativierung betrachtet, zeigt der ifo-Index. Landein-landaus wurde euphorisch vermeldet, der Index habe einen Höchststand seit der deutschen Einigung erreicht (Abbildung 2). Doch was heißt das, wenn er vorher sechs Jahre lang stagnierte? Da es in Deutschland praktisch keinen Zyklus in diesen sechs Jahren gegeben hat, führt selbst ein kleiner Ausschlag nach oben zu historisch hohen Werten. [...]

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