Digitalisierung | 07.06.2017 (editiert am 25.04.2018)

Digitale Denkfallen

Zwischen Utopie und Dystopie liegt keine große Distanz: beide folgen dem gleichen, extrem verkürzten Technikverständnis. Sie unterscheiden sich nur in den Bewertungen und Hoffnungen, die sie mit Entwicklungen verbinden.

Vor nicht allzu langer Zeit hatte ich Gelegenheit, vor der Bundestagsfraktion der Partei DIE LINKE eine kurze Stellungnahme zu den Folgen dessen abzugeben, was gegenwärtig unter Titeln wie Digitalisierung, Industrie 4.0, Arbeiten 4.0. etc. diskutiert wird. Vorausgegangen war dem eine zunehmende Uneinigkeit über die angemessene Reaktion auf das Grünbuch des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) mit dem Titel Arbeiten 4.0 [BMAS 2015].

Dabei hatte sich eine Gruppe herausgehoben, die mit der Digitalisierung einen Produktivitätsschub kommen sieht. Ein Schub, der – indem er massenhaft Arbeitsplätze vernichten würde – nicht nur das Normalarbeitsverhältnis zur Ausnahme machen und damit völlig entwerten würde. Zugleich würde er einerseits die bisherigen sozialen Sicherungssysteme austrocknen, doch andererseits neue Chancen freier Lebensgestaltung eröffnen.

Dem stand die Position gegenüber, dass dies nicht nur keine zwangsläufigen Folgen der Digitalisierung wären, sondern dass es dafür bisher auch keine starken Anzeichen gäbe. Diese Auseinandersetzung zeigt, wie weit die Denkfiguren des digitalen Utopismus, wie er prominent durch Autoren wie Paul Mason, [...]

Nichts schreibt sich von allein!

Nur für Abonnenten

MAKROSKOP ist das Magazin einer Neuen Monetären Ökonomik und damit in Deutschland einzigartig. MAKROSKOP steht für das große Ganze. Wir haben einen Blick auf Geld, Wirtschaft und Politik, den Sie so woanders nicht finden.

Dabei leben wir von unseren Autoren – Quer- und Weitdenkern –, ihren Recherchen, ihrem Wissen und ihrem Enthusiasmus. Gemeinsam scheren wir aus den schmaler werdenden Leitplanken des Denkbaren aus. Wir verlassen die journalistische Filterblase, in der sich viele eingerichtet haben. Wir öffnen Fenster und bringen frische Luft in die engen und verstaubten Debattenräume.

Das verschafft uns nicht nur Freunde.

Wenn Sie uns gerade deswegen unterstützen möchten, dann folgen Sie einfach dem Button. Alle Abonnements beginnen ganz unverbindlich und sofort kündbar mit einer zweiwöchigen Testphase.

Testen Sie Makroskop

Anmelden