Foto: Cyril Wermers via flickr.com / CC BY-NC 2.0
Genial daneben | 16.06.2017 (editiert am 19.06.2017)

Drei Luftnummern und ein Eigentor

Wie sich die FAZ mit ihren drei sogenannten Argumenten gegen Trumps Kritik an den deutschen Exportüberschüssen bis auf die Knochen blamiert.

Dass sich das FAZ-Wirtschaftsressort als informelles Presseorgan des deutschen Wirtschafts- und Finanzministeriums begreift, ist bekanntlich nichts Neues. Getreu dieses Selbstverständnisses feuerte die stramm wirtschaftsliberale Zeitung Ende Mai einen weiteren ihrer unzähligen Schüsse ab, mit der sie die Kritik der US-Regierung an der deutschen Exportstrategie zu torpedieren versucht.

Bevor hier der Frage nachgegangen wird, ob die Argumente des immerhin mit einem Studium der VWL ausgerüsteten Hausredakteurs Alexander Armbruster schlagkräftig genug sind, um die US-Kritik entkräften zu können, zwei Anmerkungen vorab.

Erstens suggeriert Armbruster sowohl in Titel und Einleitung, allein Donald Trump „beschimpft“ die Deutschen dafür, „dass sie mehr in Amerika verkaufen, als sie von dort einführen.“

Zwar wird im weiterem Verlauf eingestanden, dass Trump keinesfalls alleine steht, sondern die Kritik des US-Präsidenten als Kritik der gesamten US-Regierung zu werten ist. Letztere hatte schon vor dem Amtsantritt Trumps immer wieder Deutschlands Handelspolitik kritisiert. Doch die verengte Botschaft des Headers lässt ahnen, was sich schnell bestätigt: dass der Autor den Kern der Sache in bester Tradition umgeht.

Denn zweitens geht es Trump und der US-Regierung nicht primär um die „Kritik an deutschen Autoverkäufen“, [...]

Guter Journalismus hat seinen Preis

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