Finanzsystem | 09.06.2017 (editiert am 13.06.2017)

Moody’s China-Bashing

Regelmäßig wie das Ungeheuer von Loch Ness taucht in den liberalen Wirtschaftsgazetten das Gespenst einer Schuldenkrise in China auf. Doch wollte die chinesische Wirtschaft sich irgendwie nicht diesem neoliberalen Narrativ fügen.

Vor einigen Jahren wurden Geschichten von auf Halde gebauten Geisterstädten erzählt, danach folgten wilde Spekulationen über „Schattenbanken“ und demnächst platzende Immobilienblasen.Die „Geisterstädte“ wurden aber doch bevölkert, die „Schattenbanken“ vergingen nicht in einer Schuldenapokalypse und die „Immobilenblasen“ weigerten sich zu platzen.

Seit etwa einem Jahr fährt Moody’s, die aus der GroßenFinanzKrise (GFK) unrühmlich bekannte Wallstreet Ratingagentur, schärfere Geschütze auf. Am 24. Mai 2017 hat sie das Ranking Chinas von Aa3 auf A1 herabgestuft. Am 1. März 2016 hatte Moody’s das Ranking zwar noch bei Aa3 belassen, jedoch die Aussicht von stabil auf negativ herabgesetzt.

Das Herabsetzen des Rankings durch eine der großen Ratingagenturen ist ein direkter Eingriff in die Finanzmärkte. Die globalen Finanzmärkte sind nach 30 Jahren neoliberaler „Befreiung“ der Märkte von regulatorischen „Fesseln“ notorisch instabil und neigen zur Hysterie, wie uns die GFK schmerzlich vor Augen geführt hat. Die zaghaften neuen Regulierungen nach der GFK haben daran nur wenig geändert. Die Finanzmärkte werden vom Herdenverhalten beherrscht. Eine Herabstufung im Ranking kann deshalb eine Panik an den Märkten auslösen. [...]

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