Finanzsystem | 13.06.2017 (editiert am 20.06.2017)

Über Banken: Moral, Markt und Politik

Warum sollte man Banken und ihren Investoren erlauben, dass sie in guten Zeiten viel Geld verdienen und sollte dann, wenn es nicht so läuft wie gewünscht, der Steuerzahler einspringen, um sie vor einem Verlust zu bewahren?

So oder so ähnlich lauteten Einwände gegen mein Plädoyer in meinem letzten Artikel, die italienische Monte dei Paschi di Siena vor der Pleite zu bewahren.

Neben diesem als Frage verpackten moralischen Argument gegen die staatliche Rettung einer Bank, wird insbesondere von Marktwirtschaftsbefürwortern geltend gemacht, dass solche staatlichen Eingriffe Unternehmen zu sogenanntem „Moral Hazard“ einladen: Schädliche Geschäftspraktiken werden dann – so besagt diese Warnung vor der „moralischen Gefahr“ – auch in der Zukunft nicht unterlassen, weil der Missetäter davon ausgehen kann, dass die Strafe, nämlich der Verlust des eingesetzten Kapitals, auch beim nächsten mal ausbleibt.

Kurzum: Die staatliche Rettung von Banken ist generell abzulehnen, weil sie (1) per se unmoralisch ist oder aber, weil (2) sie moralische bedenkliche Folgen zeitigt. Die kürzlich erfolgreiche Abwicklung der Banca Popular hat darüber hinaus gezeigt, dass man mit der Abwicklungsrichtlinie einen Mechanismus installiert hat, der die Sicherung der Stabilität des Finanzsystems ohne den „Moral Hazard“ befördernde staatliche Hilfen erlaubt.

Als unproblematisch vorausgesetzt wird mit solchen Argumenten, [...]

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