Kommentar | 11.07.2017 (editiert am 12.07.2017)

Aufruhr ums Paradies

Im Jahr Martin Luthers wird gerne über das Paradies im allgemeinen und über paradiesische Verhältnisse im besonderen fabuliert. Ob das alles bibelkonform geht?

Einen interessanten Platz in der (Wert)Schöpfungsgeschichte nimmt das Billiglohn-Paradies Osteuropa ein. Das zumindest kann man dem manager magazin entnehmen. Ganz in der Tradition der reformierten SPD und ihren Lieblingskonzernen darf ein Niedriglöhner aus der schreibenden Zunft dort darüber klagen, dass die Beschäftigten in Osteuropa jetzt aus ihrem Paradies – nein Halt – dass die ausländischen Unternehmen jetzt aus ihrem Paradies der ‚Billiglöhner‘ vertrieben werden könnten. Pfui Teufel.

Nebenher erfahren wir dabei auch, dass die Beschäftigten in der Slowakei, und wohl nicht nur dort, in der Vergangenheit bei den Löhnen nicht an der Produktivitätsentwicklung des eigenen Landes partizipieren durften. Warum eigentlich nicht? Darüber würden wir gerne auch von dem Schweizer Institut Prognos näheres erfahren. Die müssen ja noch zum Thema Leuchttürme liefern.

Wie ist das also zu erklären? Ein multinationaler Konzern mit Hauptsitz im „Hochlohnland“ Deutschland investiert in einem Niedriglohnland und bezahlt dort Arbeitnehmer unterhalb der Schwelle der gesamtwirtschaftlichen Leistungsfähigkeit. Das ist ein mehrfacher Betrug.

Nicht nur, dass das Lohnniveau des „Gastlandes“ erheblich unterhalb dem des Konzernmutterlandes liegt (etwa im Verhältnis von 1×4). [...]

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