Kommentar | 14.07.2017 (editiert am 17.07.2017)

Banken im Schlaraffenland?

Peter Glaser behauptet, dass die buchhalterische Behandlung der Vergabe von Krediten und der von Kosten bei Banken auf eine gigantische faktische Steuerhinterziehung hinausläuft. Eine Replik.

Peter Glaser hat vor wenigen Tagen einen Beitrag mit dem Titel „Warum Bankbilanzen lügen“ geschrieben. Dass Bankbilanzen auch „lügen“ können, soll hier nicht bestritten werden. Sehr wohl aber die Begründung von Peter Glaser, die in den Kontext der aktuellen Geldschöpfungsdebatte einzuordnen ist, welche jüngst durch die Bundesbank erneut auf die Agenda gesetzt wurde.

Diese Replik konzentriert sich dabei auf drei Defizite in der Argumentation von Glaser:

1. Die unzureichende Differenzierung zwischen Giralgeld und Zentralbankgeld,

2. die Vermischung von Bestands- und Erfolgsbuchungen aufgrund einer unzulässigen Gleichsetzung von Buchungsvorgängen einer Geschäftsbank mit denen eines Industriebetriebs und

3. dem Hauptkritikpunkt: Die fehlende Berücksichtigung der Eigenkapitalanforderungen sowie der Liquidity Coverage Ratio (LCR) in Verbindung mit den High-Quality Liquid Assets (HQLA) nach Basel III.

Das zweistufige Bankensystem

Der Beitrag von Glaser beginnt mit einem Verschleierungsvorwurf gegenüber den Geschäftsbanken, der allerdings in die Irre führt. Die Bundesbank hat – entgegen vielen falschen Vorstellungen in der Bevölkerung und den gängigen Lehrbüchern – klargestellt, dass Banken keine Einlagen der Sparer weiter „verleihen“, [...]

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