Arbeit | 07.07.2017 (editiert am 10.07.2017)

Ein BGE wird kommen

Progressive Befürworter des BGE bewegt ihr Traum von der Überwindung der Arbeitsgesellschaft. In der Realität befördern sie jedoch eine Entwicklung, die fatal an das Konzept der mildtätigen Armenfürsorge des 19. Jahrhunderts erinnert.

Fragen Sie einen Bezieher von ALG II, ob er lieber weiterhin mit Sanktionen bei seiner Suche nach Arbeit „aktiviert“ werden oder stattdessen einfach denselben Betrag ohne jeglichen Zwang ausbezahlt bekommen möchte. Seine Antwort auf diese Frage ist nicht schwer zu erraten: Er wird vor diese Alternativen gestellt, die zweite mit Sicherheit enthusiastisch begrüßen.

Befreiung von Zwang

Der zweiten Alternative des Umgangs mit Arbeitslosigkeit liegt das Konzept des sogenannten Bedingungslosen Grundeinkommens (BGE) zugrunde, das immer breitere Unterstützung aus allen gesellschaftlichen Gruppen erfährt.

Und wer kann angesichts der Tatsache, dass inzwischen Bezieher von ALG II nahezu zur Annahme jeder Arbeit gezwungen werden können, solange sie nicht geradewegs illegal ist, ernsthaft gegen die Einführung eines BGE votieren? Denn mit dem BGE, so das Versprechen, ist endlich Schluss mit dem Zwang, sich als Leiharbeiter zu verdingen oder sogar unter dem irreführenden Label der „Ein-Euro-Jobs“ zum Arbeitsdienst herangezogen zu werden.

Zugegebenermaßen beruht das BGE auf realistischeren Annahmen über die Ursachen von Arbeitslosigkeit, [...]

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