Kommentar | 27.07.2017

Ist ja nur Afrika …

Afrika kommt in den Medien meist nur am Rande vor. Allzu oft mit falschen Darstellungen und üblichen Vorurteilen. Dabei gäbe es so viele Geschichten zu erzählen.

Hauptsache jemand klickt’s an, dachte sich da wohl die Redaktion von Spiegel Online. Noch fix einen reißerischen Titel rausgesucht – „Verschenken wir eine Milliarde“ –, ein brennendes Flüchtlingsboot als Bildchen gewählt und schon sollten die Klickzahlen in die Höhe schnellen. Argumente und faktische Richtigkeit spielen dabei nur eine nebensächliche Rolle.

Ja, es geht um Afrika. SPON beweist einmal mehr, dass der Kontinent in der deutschen Medienlandschaft nur am Rande vorkommt. Und dass man mit frei erfundenen „Fakten“, die landläufige Vorurteile bestätigen.

Vorab eine kurze Zusammenfassung des Artikels: Der Autor kritisiert die europäische Flüchtlingspolitik  als„natürlich Blödsinn“, dann die Entwicklungshilfe als „Geldversenken“, die nicht zur Verhinderung von Flucht und Migration beiträgt und schlägt dann als Lösung vor, Maliern, Gambiern oder Senegalesen 30 Euro pro Monat zu schenken. Dass würde lokale Wirtschaftskreisläufe in Schwung bringen und die Menschen von der Flucht abhalten. So weit, so oberflächlich.

Schaut man sich den Artikel genauer an, fallen einige falsche Darstellungen und übliche Afrika-Vorurteile auf.

So stand in der ursprünglichen, [...]

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