Wissenschaft | 20.07.2017

Lob der Kritik, Tadel dem Dogma

Von John Stuart Mill und Karl Popper sollten wir lernen, dass Erkenntnis ohne Kritik nicht zu haben ist. Eine kritische Diskussion aber wird an vielen Universitäten und in der Öffentlichkeit schon im Keim erstickt.

Erst kürzlich verglich John Rapley die Dogmen in der Ökonomie mit denen einer autoritären Religion. Wir möchten diese Kritik um zwei wesentliche Punkte erweitern. Zum einen werden wir kurz auf der philosophischen Grundlage von John Stuart Mill und Karl Popper darlegen, wie eine fortschrittliche wissenschaftliche Diskussion aussehen könnte. Zum anderen wollen wir aber auch und vor allem zeigen, wie sehr sich die ‘moderne’ Ökonomie eines orwellschen Doublespeaks bedient, der eine solche Diskussion momentan erschwert.

Lob der Kritik

Die Argumentation ist keineswegs neu, doch scheint sie insbesondere liberalen Ökonomen schwere Kopfschmerzen zu bereiten. In seinen Ausführungen über die „Freiheit von Meinungen und der Diskussion“, legte John Stuart Mill 1859 dar, wie wichtig Kritik und Meinungsverschiedenheiten für das Wohlergehen einer Gesellschaft sind. Ihm zufolge sollten weder die Regierung, noch die Menschen an sich die Macht haben, in irgendeiner Weise andere Meinungen zum Schweigen zu bringen:

 „Wenn alle Menschen weniger Einem, von derselben, und ein Einziger der entgegengesetzten Meinung wäre,

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