Kommentar | 07.07.2017 (editiert am 10.07.2017)

Nur noch kurz die Welt retten

Der individuelle, nachhaltige Konsum als vermeintliche Lösung für gravierende Weltprobleme ist ein Trugschluss. Er versperrt den Blick auf strukturelle Probleme.

Wir sollen keine Plastiktüten kaufen und keine Kaffee-To-Go Becher, keine Kaffee-Kapseln und kein Obst aus Übersee. Stattdessen Bio-Fleisch oder besser gleich vegetarisch, lokales Gemüse und Fair-Trade-Produkte.

Wenn man mit entwicklungspolitisch Engagierten spricht oder die diversen, neu aufkommenden Nachhaltigkeitsmagazine liest, bekommt man den Eindruck, wir könnten uns die Welt an der Supermarktkasse nachhaltig und gerecht kaufen.

Ich will mit diesem Einwurf nachhaltige Lebenswege nicht schlecht reden. Auch glaube ich, dass wir den Klimawandel nur stoppen und globale Gerechtigkeitsprobleme nur dann überwinden werden, wenn wir zu Veränderungen bereit sind und sich viele von uns gesellschaftlich einbringen.

Doch individuelle Lösungswege werden nicht ausreichen. Ich halte es für falsch, sie in den Mittelpunkt der Nachhaltigkeitsdebatte zu stellen und Menschen, die nicht mitmachen wollen oder aus finanziellen Gründen nicht mitmachen können ein schlechtes Gewissen einzureden – wie es leider noch immer allzu häufig getan wird.

Es gibt eine Vielzahl von Gründen, den Fokus auf individuelle Lösungen kritisch zu sehen.

Mangelhafte Reichweite

Provokant gefragt: Was bringt es, wenn die eine zwar Vegetarierin wird, [...]

Nichts schreibt sich von allein!

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