Kommentar | 07.08.2017

222 Millionen Euro gegen die Demokratie

Vergangenen Donnerstag stand es dann endlich fest. Der brasilianische Fußballspieler Neymar wechselt für 222 Millionen Euro von Barcelona nach Paris. Ein Deal, der unsere „demokratische Ordnung“ gefährdet?

Viele Fußballfans regen sich über solche Transfersummen auf. Viele haben aber auch schon resigniert und schütteln nur noch den Kopf. Der „Fußballphilosoph“ Christian Streich – im Nebenberuf Trainer des SC Freiburg – stellte fest, der Gott des Geldes verschlinge alles. Er mache sich Sorgen und frage sich, was Leute denken, die nichts haben. Ob bei denen Frustration eintritt und ob solche Summen nicht unsere „demokratische Ordnung“ gefährden (hier im Video).

Auf den ersten Blick könnte man meinen, da redet jemand, der zu viele Kopfbälle gemacht hat. Warum sollten die Millionen-Ablösesummen und -gehälter – der Neymar-Deal summiert sich in 5 Jahren auf 600 Millionen Euro (Ablöse, Steuern, Handgeld und Gehalt) – unsere demokratische Ordnung gefährden? Aber es sind ja nicht nur Fußballer, die mittlerweile unvorstellbare Summen kosten und verdienen. Warum sollten Automanager, deren Unternehmen über Jahre ihre Kunden mit falschen Angaben zu Abgaswerten getäuscht haben und die deutschen Innenstädte mit Feinstaub und Stickoxiden belastet haben, Millionensummen verdienen? Warum verdienen Hedgefondsmanager teilweise Milliardengehälter? [...]

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