EU | 18.08.2017

„Es ist kein Europa, in dem man sich wohlfühlt“

Wir müssen uns gegen die EU und die Macht Deutschlands wehren, meint unser Autor Costas Lapavitsas im Interview mit dem italienischen Historiker Steven Forti.

Herr Lapavitsas, es scheint, als ob die Krise in Griechenland zu Ende ist. Ist das wirklich der Fall?

Die Dinge haben sich beruhigt, würde ich sagen. Doch schlimmer als eine Krise – was meiner Ansicht nach korrekter wäre zu sagen – ist das neue Europa, das im Entstehen ist. Denn es ist kein Europa, in dem man sich wohlfühlt.

Wie würde dieses “neue” Europa aussehen?

Deutschland hat die Eurozonenkrise erfolgreich gemeistert. In Europa hat sich ein Zentrum gebildet, welches von Deutschland repräsentiert wird, genauer gesagt vom deutschen Industriekomplex. Speziell die Automobilbranche und die Chemische Industrie, die besonders auf Export fokussiert ist. Um dieses Zentrum herum entstehend eine Reihe von Peripherien. Am Anfang der Krise haben wir von nur einer Peripherie gesprochen. Und das war korrekt. Jetzt wissen wir, dass es mehrere gibt. Und diesbezüglich ist Italien wichtig, da es sich zwischen diesem neuen Zentrum und der Peripherie befindet. Italien leidet noch immer unter der Krise. Aber es ist auch das einzige Land in Europa, [...]

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